20. Soloalbum

„The Boys of Dungeon Lane” von Paul McCartney – Ein Album voller Jugenderinnerungen

Mit knapp 84 Jahren veröffentlicht Paul McCartney sein 20. Soloalbum. Er singt vom Wandern mit George Harrison, von der Not seiner Eltern im Krieg – und mit Ringo Starr im Duett über ihre Jugend in Liverpool.

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Stand

Paul McCartney blickt zurück auf seine Jugend

Reichlich Nostalgie auf dem neuen Album Paul McCartneys: Schon der Titel „The Boys Of Dungeon Lane“ bezieht sich auf eine Straße in Liverpool, der Heimatstadt des Ex-Beatles. Auch der erste vorab veröffentlichte Song „Days We Left Behind“ handelt von seiner Jugend in dieser Stadt.

Außerdem gibt es ein Duett mit Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr. „Es ist tatsächlich ein Album voller Jugenderinnerungen“, sagt SWR Kultur Redakteur Bernd Lechler. Das sei man aber schon von den Beatles gewöhnt. Songs wie „Penny Lane“, „Strawberry Fields Forever“ oder McCartneys frühere Soloalben verarbeiten Liverpool-Geschichten.

Erinnerungen an George Harrison und die Eltern

Auf dem aktuellen Album erzähle der Sänger von einem Ausflug mit George Harrison per Anhalter zum Wandern, „before we learned to twist and shout“, so Lechler. „Home To Us“, das Duett mit Ringo Starr, handele davon, wie schäbig das Zuhause ihrer Jugend gewesen sei, aber eben: ein Zuhause.

Paul McCartney, Ringo Starr - Home to Us (Lyric Video)

Typisch, dass gerade bei diesem launigen Lied Ringo Starr mitsingt – und auch selbst trommelt, findet Lechler, schließlich sei Starr schon bei den Beatles für die eher kuriosen Nummern zuständig gewesen. Der Song „Salesman And Saint“ hingegen handele vom harten Leben McCartneys Eltern kurz vor Kriegsende. Hier sei nichts nostalgisch verklärt, sagt Lechler.

Ex-Beatle schwelgt in Erinnerungen Paul McCartney und sein neues Album "The Boys Of Dungeon Lane"

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Paul McCartney hatte Schicksalsschläge zu verkraften

Den Song „Life Can Be Hard“ habe Paul McCartney während der Pandemie geschrieben, sagt Bernd Lechler: „Paul McCartney musste einige Schicksalsschläge verkraften – seine Mutter ist früh gestorben, seine erste Frau Linda auch, und natürlich John Lennon“.

„Wenn das Leben hart ist, dann machen wir uns dran, es wieder in Ordnung zu bringen“, so heißt es im Refrain: Das sei sein typischer Optimismus, den er sich bewahrt habe, so Lechler.

Experimentierlustig und verspielt

Die Instrumente auf dem Album hat McCartney überwiegend selbst eingespielt und klingt dabei experimentierlustig und verspielt wie eh und je. Die Songs nehmen unerwartete Wendungen: Sie wechseln die Taktart, mal taucht plötzlich eine Klarinette auf, mal setzt McCartney ein ganzes Swing-Orchester ein.

Bei den rockigen Nummern klinge er definitiv jünger, als er ist, findet Lechler. Seine 84 Jahre höre man Paul McCartney dennoch an. Die Stimme ist brüchig geworden, der Stimmumfang geringer. „Aber er setzt seine alternde Stimme klug ein und diesem Album steht sie auch“, findet Lechler.

Vergangenheit wird in den Songs lebendig

Schließlich handele das Album von lang vergangenen Erinnerungen. „Umso erstaunlicher finde ich, wie lebendig er seine Erinnerungen werden lässt. Etwa im ersten Lied, „As You Lie There“, da träumt ein Junge von dem Mädchen, in das er sich verguckt hat“.

Angesichts Paul McCartneys beeindruckendem Gesamtwerk funktionieren nicht alle Songs auf dem Album gleich gut, sagt Bernd Lechler. Aber: „Das Album wirkt für mich deutlich geschlossener und motivierter als die zwei, drei davor.“ Falls es sein letztes sein sollte, findet Lecherl: Es wäre ein würdiger Abschluss.

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Erstmals publiziert am
Stand
Künstler/in
Paul McCartney
Das Interview führte
Doris Maull
Doris Maull
Interview mit
Bernd Lechler
SWR3 Moderator Bernd Lechler