Die Treppen der Stadt als Hauptdarsteller
Die Dreharbeiten für den neuen Stuttgarter „Tatort“ sind schon abgeschlossen. „Stäffele“ wird der Krimi heißen, in dem die Treppen der Stadt – genannt Stäffele – eine zentrale Rolle spielen.
„Was man auf Treppen halt tut, ist rauf und runter gehen. Und insofern handelt der Film auch vom Auf- und Abstieg“, sagt Regisseur und Drehbuchautor Dietrich Brüggemann. Er selbst ist einige Jahre in Stuttgart aufgewachsen ist. Heute lebt er in Berlin.
Auf- und Abstiege: „Tatort“-Soundtrack mit Leitmotiv
Schon seit Jahren komponiert Brüggemann die Musik für seine Filme selbst. Deshalb hat er auch für diesen „Tatort“ einen passenden Soundtrack geschrieben. „Es gibt ein Leitmotiv. Das ist bei einem Film über Treppen natürlich eine auf- und absteigende Tonleiter“, so Brüggemann.
Dieses Leitmotiv wird immer wieder in Ausdruck und Tempo variiert, es zieht sich durch den ganzen Film. Aufgenommen wurde der Soundtrack jetzt zwei Tage lang von der SWR Big Band in Stuttgart.
Der erste Soundtrack für die SWR Big Band
Die Band feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen und ist deutschlandweit auf Tour. Doch für die Aufnahmen haben die Musiker einen Zwischenstopp im Studio eingelegt. „Für mich ist das etwas Besonderes, weil meine Familie und ich Tatort-Fans sind“, verrät Saxophonist Klaus Graf. Wenn er sonntags kein Konzert habe, dann sitze er abends mit seiner Frau vor dem Fernseher.
Im Leitmotiv von Dietrich Brüggemann hört der Saxophonist auch die bekannte Melodie der Krimireihe mitschweben. „Das hört sich schon ein bisschen so an, als wäre es an die Tatort-Melodie angelehnt“, sagt Klaus Graf. Der gesamte Soundtrack passe sehr gut zur SWR Big Band. Denn die sei für Soul und Funk bekannt.
Musik als Teil der Handlung
Bei den Aufnahmen im Studio können die Musiker den Film noch nicht sehen. Regisseur Dietrich Brüggemann hat lediglich eine kleine filmische Arbeitsprobe mitgebracht. Außerdem ist er bei den Aufnahmen dabei, sodass die Band seine Vorstellungen und Anmerkungen direkt umsetzen kann.
Insgesamt spielt die Big Band mehr als 20 Takes. Vieles davon sind kleinere Musik-Schnipsel oder musikalische Einwürfe. Denn für Dietrich Brüggemann beteiligt sich die Musik idealerweise auch an der „Kinetik der Handlung“, wie er es ausdrückt: „Man findet als Mensch irgendwie große Freude daran, wenn Musik und Bewegung Hand in Hand gehen“, erklärt der Regisseur.
Ein Swing-Song mit Cocktail und Abendkleid
Teil der Filmmusik ist außerdem ein Swing-Song mit Gesang. „Wenn wir schon zwei Tage mit der SWR Big Band aufnehmen, wäre es eine Schande, wenn nicht auch ein ganzer Song mit dabei wäre“, so Dietrich Brüggemann.
Den gesanglichen Part übernimmt dabei die Musikstudentin Vivien Zippert: „Wenn ich singe, stelle ich mir immer vor, dass ich einen Cocktail in der Hand habe in einem roten Abendkleid und eben ganz selbstbewusst diesen Song präsentiere“, sagt sie. Das Ergebnis wird im fertigen Film später schließlich auch in einer Party-Szene zu hören sein.
„Tatort: Stäffele“ ist 2027 in der ARD zu sehen
Dietrich Brüggemann hofft, dass nicht nur dieser Song, sondern die ganze Filmmusik auch abseits des „Tatort“ später zugänglich und hörbar sein wird.
Der fertige „Tatort: Stäffele“ soll Anfang 2027 zu sehen sein. Für die nächste Zusammenarbeit zwischen der SWR Big Band und der „Tatort“-Produktion wünscht sich Saxophonist Klaus Graf dann einen Auftritt mit der Band in einem Film. „Das fände ich toll“, sagt der Musiker und „Tatort“-Fan. Vielleicht geht der Wunsch ja beim nächsten Jubiläum der Band in Erfüllung.