IG-Metall-Chefin äußer sich

Forderung: Mercedes und Porsche-Aktionäre sollen auf Teil der Dividende verzichten

Nach Gewinneinbrüchen muss die Autoindustrie sparen. Die Chefin der IG Metall sieht auch die Aktionäre der Konzerne in der Pflicht - und macht einen Vorschlag.

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Die Autoindustrie in Deutschland und in Baden-Württemberg steckt in der Krise. IG-Metall-Chefin Christiane Benner verlangt auch von den Aktionärinnen und Aktionären der Autobauer in Deutschland einen Beitrag zur Bewältigung der Krise in der Branche: Die Shareholder sollten bei der Dividendenhöhe Abstriche machen. "Wir müssen da zusammen durch", sagte Benner.

BMW, der baden-württembergischen Autobauer Mercedes-Benz und der VW-Konzern, zu dem auch Porsche und Audi gehören, hatten zuletzt deutliche Gewinneinbrüche verkündet. Dennoch lag bei Volkswagen die Dividende in diesem Jahr bei 6,30 Euro je dividendenberechtigter Stammaktie, bei BMW und Mercedes waren es jeweils 4,30 Euro. 

IG-Metall: Situation in der Autoindustrie "prekär"

"Die Probleme einzelner Unternehmen sind unterschiedlich gelagert, aber die Situation für die Industrie und die Beschäftigten ist insgesamt aber schon prekär", teilte die Gewerkschafterin mit. Die Herausforderungen nähmen zu. Die Absatzzahlen von vor der Corona-Pandemie würden in der EU derzeit nicht erreicht.

"In der Folge sind Werke nicht ausgelastet, und wir führen harte Auseinandersetzungen darüber, dass Beschäftigte nicht einseitig die Lasten tragen", so Benner. Es gebe auch hausgemachte Probleme, für die das Management die Verantwortung übernehmen sollte.

Autobranche: Rahmenbedingungen für E-Autos noch nicht ausreichend

Die Unternehmen müssten jetzt einen langen Atem beweisen und weiter in Zukunftsprodukte investieren. "Das wird sich auszahlen, allerdings wird die Durststrecke für den einen oder anderen gerade etwas lang", betonte Benner. Es brauche Innovationen, aber auch industriepolitische Unterstützung aus Berlin und Brüssel. Zulieferer bräuchten Unterstützung bei der Finanzierung im Umbau und Europa eine eigene Batterieindustrie. 

Zudem seien die Rahmenbedingungen für den elektrifizierten Autoverkehr noch nicht ausreichend. "Kaufanreize, Ladeinfrastruktur, Rohstoffversorgung, Recycling: Das sind die Themen für eine europäische automobile Industriepolitik", so Benner.

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Joana Kerschbaum
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