Mancherorts bis zu 30 Grad

Badeseen in Baden-Württemberg: Das sollte man beim ersten Schwimmen der Saison beachten

Mit den steigenden Temperaturen kommen auch wieder mehr Menschen in Badelaune. Einfach so in den Badesee zu hüpfen, kann aktuell allerdings gefährlich werden.

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Stand

Am Wochenende steigen die Temperaturen im Land wieder. Mancherorts könnte sogar die 30-Grad-Marke geknackt werden. Vor allem Badeseen könnten dann wieder viele Besucherinnen und Besucher erwarten. Doch wo kann man überhaupt baden? Und was sollte man beachten?

Vorsicht bei großem Temperaturunterschied

Schnell mal in den See zu springen ist keine gute Idee, heißt es von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Durch die hohen Lufttemperaturen sei der Wärmeunterschied zu den aktuell noch kälteren Seen ziemlich groß. Die Sonne habe noch nicht genug Kraft, um die Gewässer nachhaltig aufzuwärmen. Das werde sich erst gegen Juli ändern.

Im Bodensee liegt die Wassertemperatur aktuell etwa bei 16 Grad (Stand Freitag). Die Lufttemperatur kann aber auch dort auf bis zu 30 Grad steigen. Diesen Unterschied verkrafte der Körper oft schlecht, erklärt Florian Daniels von der DLRG Bodenseekreis.

DLRG: Vor dem Baden im See kurz abduschen

Beim Eintauchen in kaltes Wasser werden nämlich reflexartig die Gefäße enger, weil der Körper verhindern will, dass zu viel Wärme abgegeben wird. Besonders bei Menschen mit Herzproblemen kann das gefährlich werden. Im schlimmsten Fall endet der Sprung ins kalte Wasser tödlich.

Florian Daniels von der DLRG rät deshalb, langsam in den See zu gehen, sich davor kühl abzuduschen und nicht spontan vom Tretboot aus ins Wasser zu springen.

Werden Badeseen überprüft?

Mit dem Beginn der Badesaison am 1. Juni werden die Badeseen im Land auch wieder regelmäßig hygienisch überwacht. In dieser Zeit müssen die Gewässer laut Badegewässerverordnung mindestens einmal im Monat mittels einer Probe geprüft werden.

Die Ergebnisse der Untersuchungen geben das baden-württembergische Sozialministerium und das Landesgesundheitsamt auf der Badegewässerkarte bekannt. Dort gibt es Informationen zu allen 311 regelmäßig kontrollierten Badegewässern im Land.

Vier Seen aktuell gesperrt

Bereits seit 2021 ist der Sunthauser See in Bad Dürrheim (Schwarzwald-Baar-Kreis) für Badende gesperrt. Der Grund dafür ist eine erhöhte mikrobiologische Belastung des Sees. Die Sperrung wird laut Mitteilung erst aufgehoben, wenn entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität durchgeführt wurden.

Auch der Wagenhauser Weiher in Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen) ist gesperrt. Wegen Arbeiten am Damm wurde 2024 das Wasser abgelassen. Die Bauarbeiten sind vermutlich erst im kommenden Jahr abgeschlossen.

Kein Wasser befindet sich auch im Oberen Seewaldsee in Horrheim (Kreis Ludwigsburg). Der See wird saniert. Ein Badebetrieb ist 2026 nicht vorgesehen.

Auch der Tiefe See in Maulbronn (Enzkreis) wird saniert. Er ist seit Herbst 2025 für insgesamt zweieinhalb Jahre gesperrt.

Badegäste sollten sich dennoch vor der Anfahrt darüber informieren, ob der Badesee zum Schwimmen freigegeben ist. Mit zunehmenden Temperaturen steigt zudem auch die Gefahr für Blaualgen. Auch diese können die Wasserqualität verschlechtern.

Regengüsse können Keime einschwemmen - einige Badeverbote wieder aufgehoben

Nach Angaben des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums entnehmen die Gesundheitsämter während der Badesaison vom Anfang Juni bis Mitte September mindestens einmal pro Monat Wasserproben der untersuchten Gewässer. Starke Regengüsse könnten etwa zur Einschwemmung von Keimen oder Schadstoffen führen, hieß es.

Baden im Fluss: Keine gute Idee

Vom Baden in Flüssen rät das Gesundheitsministerium komplett ab. Diese seien abgesehen von wenigen ausgewiesenen Badestellen nicht zum Baden geeignet und würden deswegen auch nicht kontrolliert. "Es ist daher nicht auszuschließen, dass an diesen Badestellen mikrobiologische Verunreinigungen oberhalb der geltenden Grenzwerte vorliegen", teilte das Ministerium mit.

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Matthias Breitinger
SWR-Redakteur Matthias Breitinger
Wolfgang Lickert
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