Technische Wartung bis zum 26. Januar

BAföG-Portal offline: Anträge derzeit nur per Mail, Post oder Fax möglich

Wegen Wartungen ist BAföG Digital derzeit nicht erreichbar: Auf dem Portal sollen Studierende eigentlich ihre Anträge hochladen. Der Ausfall hat Folgen für BW.

Teilen

Stand

Von Autor/in Alban Löffler

Kein Zugriff im Moment: Das Portal BAföG Digital ist seit Anfang des Monats wegen technischer Wartung deaktiviert. Normalerweise können Studierende sowie Schülerinnen und Schüler hier ihre Anträge hochladen, ihr Profil einsehen oder Unterlagen nachreichen. Doch wenn sie jetzt das Portal aufrufen, öffnet sich nur die Meldung: "Wartungsarbeiten - wir sind bald zurück!".

BAföG Digital soll moderner werden

Nach der Zwangspause im Januar soll die Plattform benutzerfreundlicher werden und in einem neuen Design erscheinen, sagte eine Sprecherin des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt dem SWR. So werde man künftig die Standards des Onlinezugangsgesetzes erfüllen: Das Gesetz aus dem Jahr 2024 sieht einen Rechtsanspruch auf Online-Leistungen vor, zudem sollen Verfahren einfacher und vereinheitlicht werden.

Laut der Sprecherin wurde das BAföG-Portal im vergangenen Jahr vollständig neu programmiert, jetzt werden 1,1 Millionen Nutzerdaten übertragen und verschiedene Test durchgeführt. Dieser Prozess verursache die Pause von knapp drei Wochen. Auch die gleichnamige App ist betroffen.

Vor der Wartung habe das Ministerium die zuständigen Behörden informiert, auf dem Portal habe zudem seit dem 17. Dezember eine Nachricht auf den Ausfall hingewiesen. Während der Pause steht den Antragsstellenden nun der Weg per Post, Mail oder Fax zur Verfügung - auch vor der Wartung war ein BAföG-Antrag ganz ohne das Digital-Portal möglich. Die Sprecherin betonte zudem auf SWR-Anfrage, dass der Zeitraum im Januar bewusst gewählt worden sei: Erfahrungsgemäß seien hier wenige Anträge zu erwarten. Ab dem 26. Januar sei die Plattform dann vorraussichtlich wieder verfügbar.

Wartungspause betrifft in Ulm nur wenige Studierende

"Die Info kam rechtzeitig - aber so ein großes Wartungsfenster ist natürlich schwierig", sagte Stefan Lindner, Abteilungsleiter Studienfinanzierung des Studierendenwerkes Ulm. Anfang Dezember habe das zuständige Ministerium ihn über die Wartung informiert, daraufhin habe man die Studierenden vorgewarnt: Allein beim Studierendenwerk Ulm nutzten laut Lindner 1.929 Antragstellende im Jahr 2024 das BAföG-Portal. Das waren knapp die Hälfte aller Anträge, Tendenz steigend.

Doch Lindner gibt Entwarnung: Bei den meisten Studierende ende die Frist für das kommende Semester ohnehin bereits Ende Dezember. "Der große Schwung sollte daher abgeklärt sein, die Meisten sollte es nicht getroffen haben", sagte Linder dem SWR.

Baden-Württemberg

Mannheim und Tübingen sind Spitzenreiter "Finanzielle und mentale Belastung": So lange warten Studierende in BW auf BAföG

BAföG soll jungen Menschen ermöglichen einem Ausbildungsweg unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern nachzugehen. Nur was, wenn man aufs Geld ewig warten muss?

Studierendenvertretung Konstanz zeigt Unverständnis für lange Pause

Bei der Studierendenvertretung (StuVe) der Uni Konstanz sorgt die Wartung für Irritation: "Es ist schwer verständlich, warum das Portal fast drei Wochen offline genommen wird", sagte Dominik Shrestha, Vorsitzender der StuVe. Auch in Konstanz seien zwar kaum Studierende betroffen; die Fristen würden hier außerhalb des Januars liegen. Allerdings müssten die BAföG-Anträge für eine pünktliche Auszahlung oft mehrere Monate im Voraus gestellt werden. So könnte es nun dazu kommen, dass manche Studierenden ihre Gelder erst verspätet erhalten, fürchtet Shrestha.

Es ist schwer verständlich, warum das Portal fast drei Wochen offline genommen wird.

Zudem kritisiert er die unzureichende Kommunikation der Verantwortlichen: Er habe erst aus den Medien von dem Ausfall im Januar erfahren, die Vorwarnung der Behörden habe ihn nicht erreicht.

Viele Studierende setzen noch auf den Papierweg

"Das Portal ist an sich gut gemacht und ich bin froh, dass es diesen Schritt der Digitalisierung gibt", sagt Shrestha. Dennoch habe es in der Vergangenheit immer wieder technische Probleme gegeben. Generell nutzen viele Studierende wohl noch den Papierweg und weniger das Angebot der BAföG-Digital-Plattform. Deren Zwangspause gebe nun keinen Anreiz für einen Wechsel, vermutet Dominik Shrestha von StuVe Konstanz. Doch er hat auch Hoffnung, dass einige der Probleme von BAföG-Digital mit der Wartung behoben werden.

Baden-Württemberg

Land fördert Bau von Wohnheimen Mehr als ein Drittel der Studierenden in BW von Armut bedroht

Wer studiert, verdient in der Regel kein Geld damit, muss aber dennoch Miete zahlen. Unter anderem hohe Wohnkosten sorgen dafür, dass viele Studierende von Armut bedroht sind.

Stuttgart

Demo vor Stuttgarter Landtag Medizin-Studierende demonstrieren für gerechtere Bedingungen im Praktischen Jahr

Mit gerade einmal 300 bis 900 Euro im Monat kommen viele Medizin-Studierende im Praktischen Jahr kaum über die Runden. Jetzt machen sie Druck auf die Politik.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Alban Löffler
Alban Löffler

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!