Ackerbau, Weinbau und Milchwirtschaft

Dumpingpreise für Butter? Landwirte in Baden-Württemberg klagen über angespannte Lage

Für manche Bereiche in der Landwirtschaft lief die Ernte im abgelaufenen Wirtschaftsjahr schlecht. Den Milchbauern machen aktuell niedrige Preise für Butter zu schaffen.

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Von Autor/in Susanne Henn

Schlechte Ernten zum Beispiel im Ackerbau und niedrige Getreidepreise - und nun auch noch der Preisdruck bei Butter und Milchprodukten: Die Situation der Landwirte und Landwirtinnen in Baden-Württemberg bleibt angespannt. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr - das schon am 30. Juni endete - konnten sie ihre Einkommen zwar auf dem annähernd gleichen Niveau halten wie im Vorjahr, aber bei gestiegenen Kosten.  

Bauernverband: Landwirte in Baden-Württemberg verdienen besonders schlecht

Nirgendwo in Deutschland verdienten Landwirte so schlecht wie im Südwesten, sagte der Präsident des Landesbauernverbandes Joachim Rukwied, am Montagvormittag. Das hänge unter anderem mit kleineren Strukturen auf der einen Seite zusammen sowie mit höheren Kosten auf der anderen Seite. So sei es beispielsweise in Baden-Württemberg teurer, einen Traktor zu reparieren als in Mecklenburg-Vorpommern, so Rukwied. Hintergrund sei ein höheres Lohnniveau.

Die Ergebnisse eines landwirtschaftlichen Betriebes werden üblicherweise per - wie es heißt - nicht entlohnter, aber mitarbeitender Familienkraft dargestellt. Diese liegen in Baden-Württemberg mit rund 41.500 Euro deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 78.500 Euro. Dieses Ergebnis ist allerdings nicht das, was ein Landwirt oder eine Landwirtin verdient: davon müssen noch Kredite abgezahlt, Versicherungen bedient und Rücklagen gebildet werden.

Für Ackerbauern und Weinbauern in Baden-Württemberg lief es zuletzt nicht so gut

Zudem sind die 41.500 Euro lediglich der Durchschnittswert - einzelne Branchen haben noch deutlich schlechter verdient. So lief das Jahr demnach vor allem für die Ackerbauern mit einem Minus von rund 30 Prozent schlecht. Verantwortlich dafür sind laut Bauernverband eine schlechte Ernte und die nach wie vor niedrigen Getreidepreise.

Auch Weinbauern stehen demnach weiter massiv unter Druck. Eine Folge: immer mehr Weinberge werden aufgegeben:

Die Sorgenkinder waren im abgelaufenen Wirtschaftsjahr der Ackerbau und der Weinbau - dort hat man sehr, sehr wenig verdient und konnte kein Eigenkapital bilden.

Deutlich besser lief es hingegen für die Schweineveredler und auch für die Milchbauern. So verdienten letztere im Schnitt je Betrieb 56 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Dies gilt allerdings nur für das abgelaufene Wirtschaftsjahr, das am 30. Juni endete.

Situation auch für Milchbauern wieder schwieriger - auch wegen der Butterpreise

Im laufenden Wirtschaftsjahr, das ja schon zur Hälfte vorbei ist, zeichnet sich schon ab, dass die Situation auch für Schweinehalter und Milchbauern wieder schwieriger wird. Das liege unter anderem daran, so Rukwied, dass Lebensmittelketten Butter gerade zu Dumpingpreisen anböten.

Die niedrigen Preise für Butter und andere Milchprodukte sorgen aktuell für wachsenden Protest unter Landwirten. Mit Preisen von unter einem Euro für 250 Gramm Markenbutter lockten Discounter zwar Verbraucher, doch für die Landwirtschaft werde die Situation immer prekärer, heißt es. Grund für die Preissenkungen sind ein Überangebot an Rohmilch und sinkende Weltmarktpreise.

Baden-Württembergische Landwirte stellen Forderungen an Politik und Einzelhandel

Damit Landwirtschaft im Südwesten überlebensfähig bleibe, müsse die Politik endlich Vorschriften vereinfachen und praxistauglicher machen, sowohl in Sachen Dokumentation als auch mit Blick auf Naturschutz, so Rukwied. Das richte sich sowohl an den Bund als auch ans Land. Und auf EU-Ebene gelte:

Keine Kürzungen beim Agrarbudget - Ernährungssicherheit ist so wichtig wie Verteidigungsfähigkeit.

Und auch an den Lebensmitteleinzelhandel hat Rukwied klarer Forderungen: Butter kurz vor Weihnachten für 99 Cent anzubieten, entspreche nicht dem, was in Gesprächen vereinbart worden sei: Man erwarte vom Lebensmitteleinzelhandel, dass er das Versprechen, die heimische Landwirtschaft zu stärken, auch umsetze.

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Susanne Henn
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Hanna Spanhel
Redakteurin Hanna Spanhel

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