Die von Krisen geplagte Baubranche in Baden-Württemberg erwartet 2026 leichte Verbesserungen. Bereits im vergangenen Jahr 2025 habe es eine leichte Stabilisierung gegeben, hieß es beim Verband der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. Einen richtigen Aufschwung gebe es aber nicht. Die Zunahme der Baugenehmigungen im Wohnungsbau sei ein Indikator, der Hoffnung gebe, und dies könnte bei der Erholung der Branche helfen.
Probleme gibt es weiter beim Straßen- und Wohnungsbau
Die Sorgenkinder der Bauwirtschaft sind weiterhin der Straßen- und Wohnungsbau. Bei den Straßen gibt weiter einen deutlichen Investitionsstau. Der Verband der Bauwirtschaft in Baden-Württemberg fordert deutlich mehr Investitionen, vor allem für Landesstraßen und Brücken. Das derzeitige Tempo beispielsweise bei der Sanierung von Brücken sei deutlich zu langsam, fast jede zehnte Brücke sei marode.
Im Wohnungsbau gab es im vergangenen Jahr zwar wieder mehr Baugenehmigungen aber unter dem Strich steht weiter ein Umsatzminus von 2,6 Prozent und keine Trendwende. Die Bauwirtschaft hat vor allem durch Bauaufträge aus der Wirtschaft und öffentlichen Bauten profitiert, dort gab es ein Wachstum von rund vier Prozent.
Erste Lichtblicke für die Baubranche
Die Bauwirtschaft habe das dritte Rezessionsjahr hinter sich, hieß es beim Verband. Für das laufende Jahr erwartet die Baubranche ein leichtes Wachstum - das untermauert auch eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Treiber seien derzeit Großprojekte in der Schienen- und Energieinfrastruktur. Für einen Aufschwung im Wohnungsbau brauche es dringend Förderungen für sozialen Wohnungsbau und steuerliche Anreize.
Positiv seien die Planungen für den Gebäudetyp-E. Dieser ermöglicht Abweichungen von Bauvorschriften in nicht sicherheitsrelevanten Bereichen. Dadurch lassen sich Baukosten einsparen. Im Hinblick auf die anstehende Landtagswahl fordert der Verband unter anderem ein eigenes Bauministerium auf Landesebene, um die dringenden Probleme in der Baubranche anzugehen.
Im Verband der Bauwirtschaft Baden-Württemberg sind nach eigenen Angaben rund 1.600 Mitglieder organisiert. Rund 42.000 Menschen sind in den Bereichen Hoch-, Tief-, Straßen- und Ausbau im Land beschäftigt.