Die Bundeswehr verschickt bereits seit Januar Fragebögen, um die Bereitschaft und Eignung junger Menschen zum Wehrdienst abzufragen. Männer müssen die Fragen beantworten - bei jungen Frauen ist das freiwillig. Vier Monate nach Inkraftreten der Wehrdienstreform geht die Bundeswehr auch die Musterung an. Sie hat die Standorte für die 24 Musterungszentren festgelegt. In Baden-Württemberg sind zwei geplant: Offenburg (Ortenaukreis) und Ulm.
Bundeswehr baut neuen Standort in Offenburg auf
Offenburg ist dabei ein neuer Bundeswehrstandort, in Ulm gibt es bereits einen Standort. Die Musterung soll jedoch außerhalb der bisherigen Liegenschaften erfolgen. Um die Standorte auszuwählen, hat die Bundeswehr laut einer Mitteilung vom Donnerstag Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte und einem "potenziell großen Bewerberaufkommen" ausgewählt. Ein weiteres Kriterium ist demnach, dass die Orte zentral und gut erreichbar durchgeführt wurden. Dazu seien externe Objekte angemietet worden. 50 zivilie Dienstposten will die Bundeswehr je Zentrum schaffen
Musterung soll grundsätzliche Eignung zum Wehrdienst klären
Die Musterungszentren für den neuen Wehrdienst werden strukturell je einem der bestehenden 15 Karrierecenter der Bundeswehr zugeordnet. Diese übernehmen koordinierende und steuernde Aufgaben. In den Musterungszentren soll die grundsätzliche Eignung für den Dienst in den Streitkräften geprüft werden. In den Karrierecentern gehe es um die Beratung und Betreuung der Bewerbenden. Dazu findet dort die umfassende medizinifsche, körperliche, kognitive und psychische Eigungsprüfung für eine militärische und zivile Laufbahn statt. Das erste Musterungszentrum soll noch 2026 die Arbeit aufnehmen. Die gesamte Organisation soll dagegen bis zum 1. Juli 2027 aufgebaut sein.
Ministerium zieht positive Zwischenbilanz zum Wehrdienst
Bei der Fragebogen-Aktion hat das Bundesverteidigungsministerium eine positive Zwischenbilanz des neuen Wehrdienstes gezogen: Mehr als 90 Prozent der angeschriebenen jungen Männer hätten auf die Briefe reagiert und den dazugehörigen Fragebogen ausgefüllt, teilt das Ministerium mit. Bis Ende April seien bundesweit rund 200.000 Fragebögen an 18-jährige Männer und Frauen verschickt worden. Für einzelne Länder liegen keine Zahlen vor. Heruntergebrochen auf den Bevölkerungsanteil Baden-Württembergs wären das etwa 27.000 Briefe.