Nach dem mutmaßlichen sexuellen Missbrauch eines kleinen Mädchens in der Nähe des Erlebnisbades Rulantica in Rust (Ortenaukreis) ist der Tatverdächtige am Flughafen Bukarest an die deutschen Behörden überstellt worden. Der Tatverdächtige hatte in Rumänien in Auslieferungshaft gesessen. Vor einer Woche wurde er in seinem Heimatdorf in Rumänien festgenommen. Die Polizei setzte damit einen internationalen Haftbefehl um. Laut Polizeipräsidium Offenburg wurde der Mann am Freitagvormittag dem Haftrichter am Amtsgericht Freiburg vorgeführt und sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Dem Mann wird vorgeworfen, das sechs Jahre alte Kind aus dem Freizeitbad am Europa-Park in Rust heraus in einen Wald gelockt und sexuell missbraucht zu haben.
Deutsche und rumänische Behörden in engem Austausch
Die Auslieferung musste binnen zehn Tagen umgesetzt werden, so die Entscheidung des Gerichts in der Stadt Oradea im Nordwesten Rumäniens. Das genaue Datum der Umsetzung war eine technische Frage, über die sich die deutschen und rumänischen Behörden noch einigen mussten.
Der 31-jährige Rumäne sei im Dorf Tileagd im Nordwesten des Landes aufgrund eines internationalen Haftbefehls gefasst worden und war nach einem Beschluss des Gerichts in Oradea in Haft, teilte das Polizeipräsidium Bukarest am Sonntag mit.
Verdächtiger am Freitag in Rumänien gefasst Nach mutmaßlichem Missbrauch an Mädchen: Gericht entscheidet über Auslieferung von Verdächtigem
Der Tatverdächtige im Missbrauchs-Fall beim Europa-Park-Erlebnisbad ist in Rumänien festgenommen worden. Dort entscheidet nun ein Gericht, wann er nach Deutschland gebracht wird.
Unklar ist, ob der Mann bereits in Rumänien vernommen wurde. Dem 31-Jährigen wird vorgeworfen, das sechs Jahre alte Kind am 9. August aus dem Bad heraus in einen Wald gelockt und sexuell missbraucht zu haben. Das hilflose Mädchen war rund zwei Stunden später mit Badekleidung und Schlappen fünf Kilometer entfernt vom Schwimmbad gefunden worden.
Tatverdächtiger wurde erst nach Tagen gefasst
Nach Angaben der Polizei wurde der Verdächtige mithilfe von Videoaufnahmen des Erlebnisbades und einem unbeteiligten Zeugen identifiziert - allerdings erst nach einigen Tagen. Das habe unter anderem an der Menge der Bilder gelegen, die erst nach und nach hätten ausgewertet werden können, sagte ein Polizeisprecher. Auf den Überwachungsvideos war auch zu sehen, wie der Mann das Kind ansprach, als es seine Eltern aus den Augen verloren hatte.
Zur Fahndung wurde der Mann ohne Foto ausgeschrieben, weil dafür "besser gesicherte Erkenntnisse" hätten vorliegen müssen, so ein Polizeisprecher. Die Polizei fand Spuren an dem Mädchen und an sichergestellter Kleidung aus der Wohnung des Mannes, die dieser am Tag der Tat getragen haben soll. Der Rumäne soll seinen Wohnsitz in der Region rund um Rust haben. Er ist polizeibekannt - allerdings wegen Diebstahldelikten, nicht wegen Sexualstraftaten.
Festnahme erfolgte in Rumänien
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) gab sich am Tag nach der Festnahme zufrieden: "Die erfolgreiche Fahndung zeigt: Unsere Sicherheitsbehörden sind international sehr gut vernetzt, die Zusammenarbeit mit Rumänien ist eng und vertrauensvoll", so Strobl in einer Mitteilung des Landesinnenministeriums. Die schnelle Festnahme sei "gut für die Sicherheit in unserem Land".