Nach einem mutmaßlichen Missbrauchsfall im Erlebnisbad Rulantica in Rust (Ortenaukreis) im August will der Europa-Park nun die Sicherheitsvorkehrungen verstärken. Ein sechs Jahre altes Mädchen war nach Polizeiangaben von einem Mann aus dem Erlebnisbad gelockt und in einem Wald in der Nähe sexuell missbraucht worden.
Nach Missbrauchsfall im Rulantica: Hinweise an die Eltern
Der Europa-Park hat auf SWR-Nachfrage angekündigt, seine Gäste stärker sensibilisieren zu wollen. Die Pressestelle des Parks hat dazu auf eine Reihe von Verhaltenstipps verwiesen, die auf der Rulantica-Website und auf dem Parkplan des Erlebnisbads veröffentlicht worden sind. Es geht darin vor allem um allgemeine Hinweise zur Aufsichtspflicht, um die Schwimmfähigkeit von Kindern und die Aufforderung an die Eltern, in Sichtweite zu bleiben.
Außerdem können Eltern neuerdings ein Armband für ihre Kinder bekommen. Auf diesem steht die Nummer der Eltern. Die Kinder trägen es während ihres Aufenthalts im Bad. Das teilte der Europa-Park mit.
Weitere Vorsichtsmaßnahmen seien in Arbeit. Hierbei soll es laut Pressestelle um technische Maßnahmen am Einlass gehen, zu denen der Park noch nichts Genaueres sagen will.
Fall im August in Rust: Fremder lockte Mädchen aus dem Bad
Ein sechsjähriges Mädchen war am 9. August zusammen mit seinen Eltern im Erlebnisbad in Rust. Plötzlich soll das Mädchen seine Eltern nicht mehr gefunden haben. Ein fremder Mann bot dem Kind Hilfe an, lockte es aus dem Bad in ein nahegelegenes Waldstück und verging sich dort an ihr. Etwa zwei Stunden später entdeckte ein Zeuge das Mädchen rund fünf Kilometer vom Bad entfernt.
Erst Tage später konnten die Ermittler den Tatverdächtigen schnappen. Nach ihm wurde international gefahndet. Der 31-Jährige war in sein Heimatdorf in Rumänien geflohen. Er wurde an die deutschen Behörden ausgeliefert.