Rund 200 Menschen haben am Freiburger Seepark unter der inzwischen reparierten Ramadan-Lichtinstallation demonstriert. Die Linke hatte zur Kundgebung aufgerufen. Anwesend waren unter anderem Vertreter muslimischer Verbände in Freiburg, die Dekanin der evangelischen Kirche in Freiburg Angela Heidler, sowie auch Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn.
Die Teilnehmenden wollten ein Zeichen des Zusammenhalts mit muslimischen Menschen in Freiburg setzen, nachdem Rechtsextreme am Wochenende eine Lichtinstallation beschädigt hatten, die dem muslimischen Fastenmonat Ramadan gewidmet ist.
Muslime in Freiburg reagieren standhaft
Anwesende Muslime betonten, dass sie sich selbstverständlich als Teil Freiburgs verstehen und dass der Angriff auf die Ramadan-Beleuchtung daran nichts geändert habe. "Auf Freiburg kann man sich verlassen. Wir können uns aufeinander verlassen. Ich habe das Gefühl: Ich bin hier zuhause. Das kann mir keiner wegnehmen", sagt Şenay Awad, Vorstandsvorsitzende des Sozialdienstes muslimischer Frauen Freiburg.
Oberbürgermeister Martin Horn verurteilt Angriff auf Ramadan-Beleuchtung
Auch Oberbürgermeister Martin Horn nahm an der Kundgebung teil. In Zeiten internationalen Gegeneinanders stehe die Ramadan-Beleuchtung für lokales Miteinander, sagte Horn. Das werde nicht nur von muslimischer Seite, sondern von allen großen religiösen Gemeinschaften der Stadt mitgetragen.
Nach diesem schändlichen Anschlag fand ich es besonders schön, dass wir gemeinsam geantwortet haben - mit einem Statement mit jüdischen, christlichen und muslimischen Gemeinden gemeinsam.
Breites Bündnis aus Politik und Religion solidarisiert sich
Die jüdischen, katholischen, evangelischen und muslimischen Gemeinden - sie alle verurteilten den Angriff auf die Ramadan-Beleuchtung in einer gemeinsamen Pressemitteilung. „Wir stehen dafür ein, dass Religion nicht spaltet“, sagte Dekanin Angela Heidler.
Auch der Freiburger Gemeinderat verurteilte die Tat. Mit Ausnahme der AfD-Fraktion schlossen sich alle Fraktionen dieser Haltung in einer eigenen Pressemitteilung an.
Staatsschutz ermittelt Bekenntnis von Rechtsextremen nach Sabotage an Ramadan-Lichtern
Nach dem Angriff auf die Beleuchtung ist über einen Account der "Identitären Bewegung" ein Foto veröffentlich worden. Die Stadt hat die Lichter inzwischen reparieren lassen.
Rechtsextreme hatten Ramadan-Beleuchtung beschädigt
Am vergangenen Samstagvormittag, nicht einmal eine Woche nach Einweihung der Ramadan-Beleuchtung, hatte jemand mehrere Kabel der Lichtinstallation beim Betzenhauser Torplatz durchtrennt. Die rechtsextreme "Identitäre Bewegung" bekannte sich später zur Tat. Außerdem hatten die Täter einen Tag später ein Banner mit der Aufschrift "gesegnete Fastenzeit" und einem Kreuz sowie eine Deutschlandflagge gehisst.
Es ermittelt die Staatsschutzabteilung der Polizei.