Nach rechtsextremer Tat

Solidaritäts-Kundgebung nach Beschädigung der Freiburger Ramadan-Beleuchtung

Zahlreiche Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft hatten die Tat zuletzt scharf verurteilt. Nun kamen einige von ihnen am Ort des Geschehens zu einer Demonstration zusammen.

Teilen

Stand

Von Autor/in Valentin Heib

Rund 200 Menschen haben am Freiburger Seepark unter der inzwischen reparierten Ramadan-Lichtinstallation demonstriert. Die Linke hatte zur Kundgebung aufgerufen. Anwesend waren unter anderem Vertreter muslimischer Verbände in Freiburg, die Dekanin der evangelischen Kirche in Freiburg Angela Heidler, sowie auch Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn.

Jemand fotografiert die Ramadan Beleuchtung mit seinem Handy.
Die erleuchtete Ramadan-Lichtinstallation, die von Rechtsextremen beschädigt worden war. Patrick Seeger/Stadt Freiburg

Die Teilnehmenden wollten ein Zeichen des Zusammenhalts mit muslimischen Menschen in Freiburg setzen, nachdem Rechtsextreme am Wochenende eine Lichtinstallation beschädigt hatten, die dem muslimischen Fastenmonat Ramadan gewidmet ist.

Muslime in Freiburg reagieren standhaft

Anwesende Muslime betonten, dass sie sich selbstverständlich als Teil Freiburgs verstehen und dass der Angriff auf die Ramadan-Beleuchtung daran nichts geändert habe. "Auf Freiburg kann man sich verlassen. Wir können uns aufeinander verlassen. Ich habe das Gefühl: Ich bin hier zuhause. Das kann mir keiner wegnehmen", sagt Şenay Awad, Vorstandsvorsitzende des Sozialdienstes muslimischer Frauen Freiburg.

Oberbürgermeister Martin Horn verurteilt Angriff auf Ramadan-Beleuchtung

Auch Oberbürgermeister Martin Horn nahm an der Kundgebung teil. In Zeiten internationalen Gegeneinanders stehe die Ramadan-Beleuchtung für lokales Miteinander, sagte Horn. Das werde nicht nur von muslimischer Seite, sondern von allen großen religiösen Gemeinschaften der Stadt mitgetragen.

Nach diesem schändlichen Anschlag fand ich es besonders schön, dass wir gemeinsam geantwortet haben - mit einem Statement mit jüdischen, christlichen und muslimischen Gemeinden gemeinsam.

Breites Bündnis aus Politik und Religion solidarisiert sich

Die jüdischen, katholischen, evangelischen und muslimischen Gemeinden - sie alle verurteilten den Angriff auf die Ramadan-Beleuchtung in einer gemeinsamen Pressemitteilung. „Wir stehen dafür ein, dass Religion nicht spaltet“, sagte Dekanin Angela Heidler.

Auch der Freiburger Gemeinderat verurteilte die Tat. Mit Ausnahme der AfD-Fraktion schlossen sich alle Fraktionen dieser Haltung in einer eigenen Pressemitteilung an.

Freiburg

Staatsschutz ermittelt Bekenntnis von Rechtsextremen nach Sabotage an Ramadan-Lichtern

Nach dem Angriff auf die Beleuchtung ist über einen Account der "Identitären Bewegung" ein Foto veröffentlich worden. Die Stadt hat die Lichter inzwischen reparieren lassen.

Rechtsextreme hatten Ramadan-Beleuchtung beschädigt

Am vergangenen Samstagvormittag, nicht einmal eine Woche nach Einweihung der Ramadan-Beleuchtung, hatte jemand mehrere Kabel der Lichtinstallation beim Betzenhauser Torplatz durchtrennt. Die rechtsextreme "Identitäre Bewegung" bekannte sich später zur Tat. Außerdem hatten die Täter einen Tag später ein Banner mit der Aufschrift "gesegnete Fastenzeit" und einem Kreuz sowie eine Deutschlandflagge gehisst.

Es ermittelt die Staatsschutzabteilung der Polizei.

Freiburg

Kabel durchtrennt Freiburger Ramadan-Beleuchtung aus politischen Gründen angegriffen?

Nach Vorfällen an der Ramadan-Festbeleuchtung in Freiburg ermittelt die Staatsschutzabteilung der Polizei. Eine Fahndung blieb bisher erfolglos.

RLP

Zeit der Genügsamkeit für Muslime und Christen Ramadan und Fastenzeit: Das sind die Unterschiede

"Fasten" - Das haben sicher alle schon gehört. Der Ramadan im Islam und die Fastenzeit im Christentum spielen eine große Rolle. Was bedeuten sie und worin liegt der Unterschied?

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR RLP

Böblingen und Freiburg

Ramadan und christliche Fastenzeit Verzichten für Einsicht? Wie Muslime und Christen die Fastenzeit verbringen

Christen und Muslimen fasten dieses Jahr gleichzeitig. Die einen essen und trinken tagsüber nicht, die anderen verzichten auf Süßes oder Social Media. Aber sie haben dasselbe Ziel.

SWR Aktuell Baden-Württemberg mit Sport SWR BW

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Valentin Heib

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!