Egal ob Feldberg, Wutachschlucht oder Titisee – der Hochschwarzwald ist auch in diesem Sommer ein beliebtes Ziel für Touristen. Laut der Hochschwarzwald Tourismus GmbH stieg die Zahl der Übernachtungen zwischen Mai und August im Vergleich zum Vorjahr um knapp 4 Prozent auf rund 1,8 Millionen. Auch bei den Tagesbesuchern verzeichnete die Region ein Plus von etwa 4 Prozent.
Zwar dürfte es durch Nachmeldungen noch zu Abweichungen kommen. Doch man sehe, "dass der Hochschwarzwald ein attraktives Urlaubsziel ist", sagt Patrick Schreib, Geschäftsführer der Hochschwarzwald Tourismus dem SWR. Besonders für Tagesausflüge sei die Region beliebt. Die Hochschwarzwald Tourismus GmbH vermarktet die Ferienregion Hochschwarzwald. Dazu zählen 21 Gemeinden rund um den Feldberg, den Titisee, den Schluchsee und die Wutachschlucht.
Ferienregion Schwarzwald lockt immer mehr Touristinnen und Touristen an
Auch für den gesamten Schwarzwald zeichnet sich eine steigende Nachfrage ab. Das zeigen Daten der Schwarzwald Tourismus GmbH, der touristischen Dachorganisation für die Region zwischen Pforzheim im Norden und dem Hochrhein im Süden. Belastbare Zahlen für den Sommer liegen zwar noch nicht vor. Die bisherigen Entwicklungen stimmen aber optimistisch, so ein Sprecher. Von Januar bis Mai habe die Ferienregion Schwarzwald "stabile Ankunftszahlen und bei den Übernachtungen ein Plus von rund 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum" verzeichnet. Und die Auswertung von rund 3.200 Ferienunterkünften im Schwarzwald zeige für den Sommer "eine deutlich gestiegene Nachfrage".
Im Juli waren 57 Prozent der verfügbaren Nächte durch Gäste belegt, das entspricht einem Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein schöner Trend ist, dass die Gäste länger bleiben – im Schnitt 4 bis 5 Nächte je nach Monat, mit steigender Tendenz zum Spätsommer.
Fliehen die Leute vor der Hitze in den Schwarzwald?
Die meisten Besucher kommen aus Baden-Württemberg. Inwieweit der Anstieg mit den Hitzewellen des Sommers zusammenhängt, weil die Menschen womöglich vor den hohen Temperaturen in den kühleren Schwarzwald flüchteten, ist schwer zu sagen. "Das gab es sicher auch, ist aber eher ein Faktor von mehreren", schätzt Schreib. Auch sogenannte "Hitzeflüchtlinge" aus Südeuropa seien nur bedingt für das Besucherplus verantwortlich.
Wir haben auch Gäste aus Spanien, aber die spielen bei den absoluten Zahlen keine große Rolle. Die größte ausländische Gästegruppe sind die Schweizer. Und die haben ja auch bei sich Möglichkeiten, in die Höhe zu gehen.
Mehr als 600 Einsätze für die Bergwacht Schwarzwald
Der Tourismus-Magnet (Hoch-)Schwarzwald hat allerdings eine Kehrseite: Halten sich mehr Leute in der Natur auf, passieren auch mehr Unfälle. Die Bergwacht Schwarzwald rückte im Sommer bisher zu mehr als 600 Einsätzen aus. Damit setzt sich laut dem Landesvorsitzenden Adrian Probst ein Trend der vergangenen Jahrzehnte fort.
1990 hatten wir 250 Einsätze im Jahr. Mittlerweile sind es zwischen 1.300 und 1.500, und die Einsätze im Sommer nehmen deutlich stärker zu: Früher hatten wir 70 bis 80 Prozent unserer Einsätze im Winter. Mittlerweile machen die Sommereinsätze ungefähr die Hälfte aller Einsätze aus.
Die häufigsten Unfälle passieren beim Wandern und Mountainbiken
Probst führt die Entwicklung auf die vielfältigeren Freizeitangebote zurück. Die Menschen seien nicht mehr nur am Wochenende in der Natur unterwegs, sondern auch unter der Woche. Zudem holten sie "tendenziell früher Hilfe als vor ein paar Jahren."
Die häufigsten Unfälle passieren laut Probst beim Wandern und Mountainbiken. Auch mit Suchaktionen und der Bergung von Toten waren die Helfer der Bergwacht diesen Sommer einige Male beschäftigt.
Mountainbike-Masterplan für noch mehr Erlebnisqualität
Während die Belastung für die Bergretter zunimmt, will die Hochschwarzwald Touristik künftig noch mehr Menschen in die Region locken: Neben dem Radwegnetz mit über 50 Touren soll auch ein Mountainbike-Masterplan umgesetzt werden.
Coolcation statt nur Vacation Warum im Schwarzwald immer mehr Spanisch zu hören ist
Wer im Schwarzwald unterwegs ist, trifft immer öfter auf spanische Touristen. Offenbar gefällt es ihnen hier besonders gut. Sie werden aber auch gezielt angelockt.
Hochschwarzwald wertet Handydaten von Tagesbesuchern aus
Um eine genauere Zahl der Tagesbesucher zu bekommen, wertet die Hochschwarzwald Touristik mittlerweile auch anonymisierte Handydaten aus, etwa an Tourismus-Hotspots wie dem Feldberg oder dem Titisee. Laut Patrick Schreib wurden so in der Region zwischen Mai und August 2026 mehr als 13 Millionen Tagesbesucher gezählt.