Abfallwirtschaft ergreift Maßnahmen

Müll oder Schnäppchen? "Zu verschenken"-Kartons und welches Problem oft dahintersteckt

Mittlerweile stehen die "zu verschenken"-Kisten an fast jeder Ecke in Freiburg. Wann die Geschenke für Ärger sorgen - und welche Regeln es zu beachten gibt.

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Von Autor/in Dorothea Dörner, Maya Loewe

Wühlen, stöbern und bestenfalls aussortierten Dingen ein neues Leben schenken - statt sie achtlos wegzuwerfen. "Zu verschenken"-Kisten stehen in Freiburg an vielen Straßenecken. Bei vielen kommen sie auch gut an. "Die Harry-Potter-Bände will ich mir nicht kaufen. Und durch die Kisten habe ich, glaube ich, jetzt fast die ganze Serie zusammen", freut sich eine Freiburgerin.

Aber nicht nur Bücher, auch Kleidung, Küchenzubehör, Dekoartikel, Möbel, Spielzeug und auch so manche Kuriositäten lassen sich da finden. Was in der Regel mit guter Absicht vor die Tür gestellt wurde, sorgt allerdings immer häufiger für Ärger und Probleme.

"Zu verschenken"-Kisten sorgen für Ärger bei den Menschen und der Abfallwirtschaft

Was nicht mitgenommen wird, bleibt oft einfach liegen. Besonders nach einem Regenschauer sind viele Kisten kaum noch als solche zu erkennen. Aufgeweichte Bücher und durchnässte Kleidung will dann niemand mehr haben und sie werden auch nicht mehr weggeräumt - zum Ärger vieler Anwohner und der Stadt Freiburg.

Denn immer wieder landen zwischen brauchbaren auch kaputte oder unbrauchbare Dinge: defekte Elektrogeräte, alte Matratzen und andere Sachen, die eigentlich auf den Müll gehören. Im März wurde in Konstanz sogar ein kleiner Hund mit einem "zu verschenken"-Schild an einen Poller angebunden.

Manche Menschen verwechseln das Thema "Ich verschenke was" mit "Ich stelle meinen Müll auf die Straße".

Vor einer Hauswand auf der Straße steht ein Stuhl, dahinter ein Bild und weitere Gegenstände wie ein Kochtopf und Blumentöpfe.
Pfannen und Blumentöpfe, ein Bild und ein vom Regen durchnässter Bürostuhl warten hier auf eine zweite Chance.

"Zu verschenken"-Kisten sorgen für mehr Arbeit bei der Reinigung der Stadt

Für die Abfallwirtschaft stellen die Kisten längst eine Herausforderung dar - und bedeuten vor allem eines: deutlich mehr Arbeit. Man habe schon verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Zahl der "zu verschenken"-Kartons auf den Gehwegen zu reduzieren.

"Die Straßenreinigung hat genug andere Aufgaben", betont Lars Niederhüfner von der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF). Beispielsweise müsse sie Gullideckel freihalten oder Laub fegen. Jetzt sollen sie sich auch noch um den privaten Abfall der Leute kümmern. Das koste nicht nur Zeit und Geld sondern auch viele Nerven. "Man macht's sich einfach. Man stellt es vor die Tür, und damit ist es für den Bürger eigentlich erledigt. Aber das darf so nicht sein: Es ist und bleibt eine wilde Müllablagerung", so Niederhüfner.

"Zu verschenken"-Kisten: Eigentlich verboten

Offiziell sind die "zu verschenken"-Kisten auf den Gehwegen verboten. Bisher toleriere die Stadt Freiburg die Kisten allerdings. Prinzipiell sei der Gedanke gut, noch brauchbaren Gegenständen ein zweites Leben zu schenken und anderen eine Freude zu machen, statt sie wegzuwerfen, so Buchheit. Solange sich die Menschen eben darum kümmern und nicht abgeholte Gegenstände abends wieder in ihr Haus bringen.

Das ist illegale Müllentsorgung im öffentlichen Raum, die man sogar mit einem Bußgeld belegen könnte.

Welche Alternativen es für die Menschen gibt

Um das Problem in den Griff zu bekommen, verteilt die ASF inzwischen Informationsflyer an Orten, wo besonders häufig Kartons stehen. Darauf listet sie Alternativen auf, um gebrauchte Gegenstände weiterzugeben. Neben Online-Plattformen oder Sozialkaufhäusern gibt es an vielen Orten auch sogenannte Bücher- oder Tauschschränke.

Hier können die Sachen meistens kostenlos mitgenommen oder für kleines Geld gekauft werden. Ziel sei es, auf das Müllproblem aufmerksam zu machen, für mehr Bewusstsein zu sorgen und die Menschen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Kisten zu bewegen.

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Erstmals publiziert am
Stand
Onlinefassung
Jorina Stuber
Autor/in
Dorothea Dörner
Maya Loewe

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