Für viele Kinder an Grundschulen ist das Smartphone schon ein Alltagsgegenstand, den sie selbst nutzen. Das bringe Risiken mit sich, über die viele Eltern nur wenig Bescheid wissen, so der Digitaltrainer Daniel Wolff.
Der IT-Fachmann, Gymnasiallehrer und Bestseller-Autor aus Oberbayern hat jüngst an der Biberacher Braithschule über das Thema informiert. Auch dort zeigte sich die Entwicklung: Eine Umfrage unter Schülerinnen und Schülern ergab, dass bereits zwei von drei Viertklässlern ein Smartphone haben.
Soziale Medien haben großes Suchtpotenzial
Hierzu hatte Digitaltrainer Wolff klare Botschaften. Ideal wären aus seiner Sicht Altersgrenzen: Smartphone für Kinder ab 14 Jahren, Social-Media-Nutzung erst zwei Jahre später, weil die ein großes Suchtpotenzial berge.
Gleichzeitig spricht Wolff von "Gruppenzwang", der dafür sorge, dass Kinder immer früher Smartphones bekämen - spätestens wohl beim Übergang in weiterführende Schulen. Aber sogar einige Erstklässler hätten schon Smartphones.
Smartphone in Kinderhand: Schockierende Inhalte
Erwachsenen sei nicht bewusst, erklärte Daniel Wolff, welche teils schockierenden Inhalte für Kinder verfügbar seien. Selbst wenn Video-Plattformen wie YouTube vermeintlich gesperrt seien: In Apps wie WhatsApp oder Spotify seien Filme des Portals durch eingebettete Links gleichwohl zugänglich. Und damit seien die Kinder schon ganz nah an für sie riskanten Inhalten, die für Angst oder Schlafstörungen sorgen könnten, so Wolff.
Wenn Kinder ein eigenes Smartphone bekommen sollen, müssten Eltern klare Regeln aufstellen. Ganz wichtig: Geräte gehörten nachts nicht ins Kinderzimmer. Ebenso wichtig sei Aufklärung über das Wesen sozialer Medien und das Unwesen, das dort getrieben werden könne. Die Kamera sei die größte Gefahr, weil Kinder mit dem Versenden von Fotos innerhalb einer Minute eine Reihe von Straftaten begehen könnten.
Smartphone-Verbot als Tabu
Die größte Angst der Kinder müssten die Eltern nehmen, sagt Wolff. Ihr Smartphone dürfe ihnen nie entzogen werden. Denn aus Sorge davor würden Kinder sich verschließen und nicht offen über ihre vielleicht gefährlichen Erfahrungen sprechen. Wenn Eltern ihren Kindern das nicht zusichern könnten, seien sie aus Sicht des Digitaltrainers nicht bereit dafür, ein Handy in Kinderhände zu geben.