Seit Sonntag gilt am Bahnhof Konstanz ein neues Durchfahrtsverbot für Autos. Zeitgleich wurde der neu gestaltete Bahnhofsvorplatz offiziell eröffnet - nach zweieinhalb Jahren Bauzeit und rund zehn Millionen Euro Kosten.
Damit soll der Platz sicherer, ruhiger und freundlicher werden. Fußgängerinnen, Radfahrer und Busse teilen sich nun die Fläche. Um zu prüfen, wie gut das Verbot eingehalten wird, steht dort nun der viel beschäftigte Blitzer "Toni".
Blitzer am Bahnhof in Konstanz mit rund 2.000 Fotos pro Tag
Er sei kein Hightech-Gerät, sondern ein normaler Geschwindigkeitsblitzer, so eine Sprecherin der Stadt. Er registriere alles, was ihm vor die Linse kommt - Autos, Busse, Lastwagen, Fahrräder und E-Scooter. Geblitzt werde, wer zu schnell oder unerlaubt hineinfahre. Die Bilder würden in Echtzeit ans Bürgeramt geschickt. Die Stadt rechnet mit rund 2.000 Blitzerfotos täglich.
Die Auswertung erfolge im Bürgeramt manuell, also durch Mitarbeitende, nicht durch künstliche Intelligenz, so die Stadt. Das sei aus Datenschutzgründen nicht möglich. Daher sei dies auch kein Verstoß gegen den Datenschutz. Dabei würde unterschieden, ob es sich um tatsächliche Verstöße handele, oder um Autos mit Ausnahmegenehmigung, wie zum Beispiel Anwohner.
Warum die Stadt Konstanz den Blitzer einsetzt
Die Stadt will nach eigenen Angaben mit "Toni" kein Geld verdienen, sondern Erfahrungen sammeln. Der Test soll zeigen, wie viele Fahrzeuge das neue Durchfahrtsverbot missachten. Wer gegen das Verbot verstößt, zahlt dennoch 50 Euro Bußgeld.
Eine Sprecherin der Stadt erklärte dem SWR: "Uns geht es um Verkehrssicherheit und um Abschreckung." Die Blitzerfotos sollen helfen, eine Statistik zu erstellen.
Erste Kontrollen zeigen: "Toni" hat einiges zu tun. Besonders oft wurden am Donnerstagvormittag ausländische Fahrzeuge geblitzt, aber auch Autos aus Konstanz. Viele Fahrer wollten offenbar nur kurz am Bahnhof halten, um jemanden abzuholen.
Trotz Durchfahrtsverbot: Wie Autofahrer den Bahnhof Konstanz erreichen können
Viele Bürgerinnen und Bürger fragen: "Ist der Bahnhof noch mit dem Auto erreichbar?" Die Antwort lautet: Ja - aber seit dem Inkrafttreten des Durchfahrtsverbotes auf neuen Wegen.
Das Durchfahrtsverbot gilt vom LAGO-Kreisel bis zur McDonald’s-Kreuzung. Es ist durch Verkehrsschilder klar gekennzeichnet. Im Betonboden selbst gibt es keine farbliche Abhebung, was die Grenze für Autofahrer auf den ersten Blick schwerer erkennbar macht.
Wer jemanden mit dem Auto am Bahnhof absetzen will, kann laut Stadt die neuen Kiss-and-Ride-Parkplätze nutzen. Sie befinden sich gegenüber dem ehemaligen Sparkassen-Gebäude.
Wer vom Konzil kommt, muss an der McDonald’s-Kreuzung wenden, um zu den Kiss-and-Ride-Plätzen zu gelangen. Ein Kreisverkehr an dieser Stelle wäre laut Stadtsprecherin hilfreich, sei technisch aber nicht machbar gewesen. Die Beschilderung der neuen Kurzhalteplätze fehlte am Donnerstagvormittag noch.