Der Dokumentarfilmer Douglas Wolfsperger hat für seinen neuen Film vier Transmenschen am Bodensee und in Oberschwaben mehrere Jahre begleitet. "Denn dieses Leben lebst nur du" startet am Donnerstag, 16. April, deutschlandweit in den Kinos.
Am Montagabend feierte die SWR-Coproduktion Premiere in Biberach. Mit dabei war auch Gabriel Hofmann, einer der Protagonisten des Films. Vor wenigen Jahren war er noch Eva - und verheiratet mit einem Mann. In seinem weiblichen Körper fühlte er sich nie wohl, sagte er. Er habe Gefühlsschwankungen und Depressionen durchlitten, machte Therapien.
Als Transsexueller im ländlichen Oberschwaben
Was es heißt, als Transsexueller im ländlichen Oberschwaben zu leben, bekam er dann als Gabriel zu spüren. Er sei überall "angeglotzt" worden, berichtet er. Selbst einkaufen zu gehen, sei für ihn schwierig gewesen, so Hofmann. Die Menschen hätten ihn aus seinem "früheren Leben" als Frau gekannt.
Ich bin ja schon länger hier. Ich habe mir immer gesagt zu der Zeit: Entweder es wird irgendwann anders oder ich geh halt.
Heute machen Gabriel Hofmann Tendenzen Sorgen, die er in der Gesellschaft beobachtet. Er frage sich, wie lange Transmenschen noch akzeptiert würden. Das sei auch seine Motivation gewesen, an dem Film mitzuwirken. Nur so lasse sich etwas verändern, sagt er.
Regisseur will Hass entgegenwirken
Das ist auch das Anliegen von Regisseur Douglas Wolfsperger, der selbst am Bodensee aufgewachsen ist. Er wolle dazu beitragen, dass "man einfach aufhört, solche Minderheitengruppen zu hassen und zu verdammen", sagt er. In seinem Film porträtiert er vier Menschen, die ihr Geschlecht, ihren Namen und ihr ganzes Leben neu definieren - und das im ländlichen Raum in Süddeutschland, wo jeder jeden kennt.