Dreieinhalb Monate vor dem Start der diesjährigen Bregenzer Festspiele ist auf der Seebühne im Bodensee Richtfest gefeiert worden. Denn im Rohbau ist das Bühnenbild für Giuseppe Verdis Oper "La traviata" fertig – ein riesiger zerbrochener Spiegel, der aus dem Bodensee ragt. Fast die Hälfte der 86 Bruchstücke ist beweglich. Davor wird es eine 1.400 Quadratmeter große Wasserfläche geben, auf der ein Teil der Oper spielen wird.
Seit Ostern allerdings sind die 188.000 Karten für die 28 Aufführungen im Juli und August ausverkauft, so früh wie noch nie in der 80-jährigen Geschichte der Bregenzer Festspiele. "La traviata" wird aber im kommenden Jahr erneut zu sehen sein. Und für alle anderen etwa 50 Veranstaltungen in diesem Sommer sind noch Karten zu haben.
Kostenexplosion bei den Bregenzer Festspielen sorgt für Finanznot
Trotz des Rekord-Vorverkaufs gehen die Festspiele insgesamt von einem weiteren Jahr im Minus aus, nach 2024 und 2025. Grund seien neben rasant gestiegenen Kosten vor allem die gekürzten Subventionen von Bund, Land und Stadt. Sollten sie im kommenden Jahr nicht wieder in voller Höhe fließen, sei das nicht mehr lange zu stemmen, so die Festspiele.
So seien allein die Personalkosten innerhalb von zehn Jahren um 36 Prozent gestiegen, erklärte der Kaufmännische Direktor der Festspiele, Michael Diem, gegenüber der österreichischen Presseagentur APA. Hinzu kämen nach dem Ausbau des Festspielhauses um 30 Prozent höhere Betriebskosten sowie Mehrkosten beim Bühnenbildbau. So sind für das Bühnenbild diesmal zehn Millionen Euro veranschlagt, 20 Prozent mehr als beim letzten für "Der Freischütz".
Neues Bühnenbild der Bregenzer Festspiele Ein Riesenspiegel entsteht für "La traviata" auf der Seebühne im Bodensee
Die Verdi-Oper "La traviata" wird auf einem riesigen zerbrochenen Spiegel im Bodensee spielen. Das enthüllten die Bregenzer Festspiele knapp ein halbes Jahr vor der Premiere.
Für 2025 und 2026 hatten Bund, Land und Stadt die Subventionen für die Bregenzer Festspiele von sieben Millionen Euro um 30 Prozent (2,1 Milionen Euro) jährlich gekürzt. Zuvor war die Förderung laut Festspielen seit 2016 nicht erhöht worden. Das allein bedeute einen zusätzlichen Kaufkraftverlust von 4,6 Millionen Euro pro Jahr. Insgesamt liegt das Budget der Festspiele bei rund 31 Millionen Euro jährlich.
Wer keine Karten für die diesjährige Seebühnen-Oper "La traviata" hat, kann im nächsten Jahr hin: Der Vorverkauf für 2027 startet in diesem Jahr früher als üblich – nämlich direkt im Anschluss an die letzte Vorstellung am 23. August 2026.