In Lindenberg im Allgäu hat sich am Sonntag alles um den Hut gedreht - eine jahrhundertealte Tradition in der Stadt. Alle zwei Jahre wird auch eine Hutkönigin gewählt. Sie soll eine Repräsentantin für die Lindenberger Hutgeschichte sein.
Die Hutstadt Lindenberg feiert den Huttag
Hutliebhaber kamen am Sonntag in Lindenberg auf ihre Kosten. Das Programm am 25. Lindenberger Huttag reichte von einem Hutmarkt über Jonglage und Artistik mit Hüten bis hin zum Höhepunkt des Tages - der Wahl der neuen deutschen Hutkönigin. Bis Ende März konnten sich interessierte Kandidatinnen bewerben. Bei einem Vorentscheid Mitte April wurden die vier besten Kandidatinnen von einer Hutfachjury für den Huttag nominiert.
Die Hutkönigin ist Botschafterin für den Hut und die Stadt Lindenberg. Sie hat vor allem repräsentative Pflichten und ist beispielsweise bei städtischen Veranstaltungen oder Messen dabei. Bis jetzt gab es in Lindenberg bereits elf Hutköniginnen, hieß es von der Stadt im Vorfeld.
In Lindenberg dreht sich alles um den Hut
Ab Mitte des 17. Jahrhunderts ist der Verkauf von Hüten aus Lindenberg bereits überliefert, so das deutsche Hutmuseum in Lindenberg. Die erste Hutfabrik wurde im Jahr 1830 gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts galt die Stadt im Allgäu als Zentrum der deutschen Herrenstrohhut-Industrie. Das Hutmuseum in Lindenberg erinnert an diese Zeit und zeigt neben originalen Arbeitsgeräten und Maschinen auch unzählige Hutmodelle aus allen Epochen.
Wir wären nicht der Ort, der wir heute sind, wenn es die Hutindustrie und die Hutmacherei nicht gegeben hätte, und das feiern wir jedes Jahr beim Huttag.