In Friedrichshafen sollen Eltern für die Kinderbetreuung in Kitas künftig tiefer in die Tasche greifen: Die Stadt will die Kita-Gebühren mehr als verdoppeln. Am Montag hat der Verwaltungsausschuss des Gemeinderates den Plänen zugestimmt. Bislang sind die Kita-Gebühren in Friedrichshafen vergleichsweise günstig. Aber die Stadt müsse sparen, sagt Friedrichshafens Sozialbürgermeister Andreas Hein.
"Leider hat sich die Haushaltslage erheblich verschärft, so dass wir nicht umhinkommen, uns hier anzugleichen."
Für ein Kind, das über drei Jahre alt ist, werden derzeit für die Kita-Betreuung mit verlängerten Öffnungszeiten (30 Stunden/Woche) in Friedrichshafen monatlich 105 Euro fällig. Bis in zwei Jahren soll sich dieser Beitrag laut Sitzungsvorlage mehr als verdoppeln. Bei den betreuungsintensiveren "Krippen-Kindern" unter drei Jahren steigen die Gebühren noch stärker an. Hier zahlen die Eltern aktuell 158 Euro für einen Krippenplatz (30 Stunden/Woche), in zwei Jahren sollen rund 450 Euro fällig werden.
Kita-Gebühren in anderen Kommunen höher
Zurzeit liegen in Friedrichshafen die Gebühren deutlich unter denen anderer Gemeinden, das geht aus der Verwaltungsvorlage der Stadt Friedrichshafen hervor. In Eriskirch (Bodenseekreis) zum Beispiel kostet ein Ü3-Platz in der Kita derzeit 230 Euro, also mehr als doppelt so viel wie in Friedrichshafen. In Biberach zahlen Eltern 184 Euro, in Ravensburg 191,50 Euro.
Zeppelin-Stiftung in Friedrichshafen subventioniert Kinderbetreuung
Die Besonderheit in Friedrichshafen: Die Kitas werden über Gelder der Zeppelin-Stiftung finanziert. Dort gehen die Erträge wegen der unsicheren Wirtschaftslage aber massiv zurück. Deshalb sollen die Kitas nicht mehr so hoch wie bisher subventioniert werden.