Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann lehnt es ab, weiter über seine Schulzeit an einem katholischen Internat in Riedlingen (Kreis Biberach) zu sprechen. Das sagte der Grünen-Politiker auf die Frage einer Journalistin am Rande der Landespressekonferenz am Dienstag in Stuttgart.
Es ist jetzt an die 60 Jahre her und das muss man nicht nochmal aufrühren. Die Sachen sind alle bekannt, von Prügeleien, Angstmachen bis zu sexuellen Übergriffen. Also, das mache ich jetzt nicht mehr.
Zeit im Riedlinger Internat war "einfach schlimm"
In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" hatte Kretschmann 2024 von einem so wörtlich "autoritären katholischen Internat" gesprochen, in dem in den 1960er-Jahren "alles stattgefunden" habe, "was man darüber heute so weiß". Am Dienstag sagte er, er werde keine Details aus seinem Internatsleben erzählen.
Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) besuchte Kretschmann das Riedlinger Internat nach der Volksschule. Er verließ es demnach mit 16 Jahren wieder, um ans Gymnasium zu wechseln. Später habe er von gewalttätigen Erziehungsmethoden dort berichtet. So hatte er seine Zeit am Internat als "einfach schlimm" bezeichnet. Der Gehorsam habe über allem gestanden. "Wenn man schlechter als eine 4 minus hatte, musste man sich beim Rektor Ohrfeigen abholen", so der Ministerpräsident damals.