Die Oberschwabenhalle soll zur Sporthalle werden, das Kino zum Theater - die Stadt Ravensburg hat jetzt ein Zukunftskonzept für das Kulturleben vorgestellt. Denn in Zeiten klammer Kassen kann sich die Stadt nicht mehr alles leisten, will den Bürgerinnen und Bürgern aber trotzdem einiges bieten.
Chancen und Einschnitte für das Kulturleben in Ravensburg
Wie kann der Raumbedarf für kulturelle Veranstaltungen zukunftsfähig gestaltet werden? Das treibt die Stadt Ravensburg derzeit um. Daraus entstanden ist ein Konzept, das Chancen und Einschnitte mit sich bringt. Zum einen gibt es den dringenden Wunsch nach einer großen Sporthalle, die in Ravensburg fehlt und in der auch Wettkämpfe stattfinden können. Steigende Schülerzahlen verschärfen diese Thematik. Doch so ein Neubau würde im günstigsten Fall zwischen 15 und 20 Millionen Euro kosten.
Zum anderen ist da eine in die Jahre gekommene Oberschwabenhalle. In die müsste die Stadt über kurz oder lang viel Geld investieren, so Oberbürgermeister Daniel Rapp (CDU). Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1959, der Backstage-Bereich und das Foyer wurden 2003 angebaut. Daher nun die Idee, die Oberschwabenhalle zu einer wettkampffähigen Sporthalle umzubauen.
Dadurch sparen wir uns den teuren Neubau einer Großsporthalle.
Die Oberschwabenhalle wird dann allerdings keine Veranstaltungshalle mehr sein. Messen, Flohmärkte oder Konzerte könnten dann dort nicht mehr stattfinden. Doch aus der Region Bodensee-Oberschwaben würden solche Events nicht verschwinden, so Oberbürgermeister Daniel Rapp. Sie könnten künftig in nahegelegenen Veranstaltungszentren im Umkreis stattfinden.
Für die Oberschwabenschau, die bislang auf dem Außengelände und in der Halle stattfindet, gilt: Die nächsten Jahre ändert sich erstmal nichts, die Verträge gelten noch bis 2028. Der Umbau der Oberschwabenhalle würde laut Stadt frühestens 2029 beginnen. Stephan Drescher, Messechef der Oberschwabenschau, sagte dem SWR, es werde auch danach eine Oberschwabenschau in Ravensburg geben, aber in anderer Form.
Messe Friedrichshafen und Kongresszentrum Weingarten als Alternativen
Die Städte Friedrichshafen und Weingarten haben laut Oberbürgermeister Rapp bereits signalisiert, dass sie als künftige Veranstaltungsorte für Konzerte oder Messen aushelfen könnten. Friedrichshafen als Messestandort und Weingarten mit seinem Kultur- und Kongresszentrum. Außerdem könnte das Freigelände der Oberschwabenhalle auch künftig als Parkplatzfläche und für Veranstaltungen im bisherigen Umfang genutzt werden.
Neuer Kulturraum: Das Theater soll ins Frauentorkino
Einen völlig neuen Kulturraum will die Stadt Ravensburg im zentral gelegenen Frauentorkino schaffen. Hintergrund ist, dass das Theater Ravensburg seinen aktuellen Standort verlassen muss. Die Räume sind derzeit privat angemietet. Das Ensemble soll in das Frauentorkino einziehen, so die Zukunftsvision.
Die Idee: Ein Investor soll das Gebäude kaufen und sanieren, anschließend will die Stadt Ravensburg es anmieten. Das Frauentorkino eigne sich gut als künftige Heimat für das Theater und als Kulturbühne, heißt es von Seiten der Stadt. Auch das Figurentheater könnte dort einziehen.
Und noch einen positiven Nebeneffekt gibt es: Dem Eigentümer des Frauentorkinos kommt der Verkauf des Gebäudes an einen möglichen Investor entgegen. Das Geld will er in seinen zweiten Kinostandort in Ravensburg stecken, denn auch hier müsse investiert werden.
Die Fraktionen im Ravensburger Gemeinderat haben die Verwaltung beauftragt, die Ideen zu prüfen.