Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg äußern sich Kandidatinnen und Kandidaten zum vorläufigen Ergebnis. Während die einen sich über einen Wahlsieg freuen können, überwiegt bei anderen die Enttäuschung.
Die CDU hat in der Region Bodensee-Oberschwaben fast alle Direktmandate gewonnen. Auch Raimund Haser im Wahlkreis Wangen ist das mit 43,7 Prozent der Erststimmen gelungen. Er sei sehr dankbar für das eindeutige Ergebnis, sagte Haser dem SWR. "Das ist ein Beispiel dafür, dass, wenn man sich zeigt, wenn man unterwegs ist, wenn man sich anstrengt, dann sehen das die Menschen auch", so der Abgeordnete.
Grünen-Kandidatin rechnet mit guter Zusammenarbeit mit CDU
Freude auch bei Nese Erikli aus Konstanz. Sie hat für die Grünen das Direktmandat im Wahlkreis geholt und zieht erneut in den Landtag ein. Trotz der härteren Gangart in der Endphase des Wahlkampfs rechnet sie mit einer guten Zusammenarbeit mit der CDU im neuen Landtag. "Ich bin zuversichtlich, dass wir am Ende jetzt wieder zusammenfinden werden", sagte Erikli.
Erfolgreich verlief die Landtagswahl auch für die AfD. Vom guten Ergebnis, knapp 19 Prozent auf Landesebene, profitiert auch Hans-Peter Baur aus dem Wahlkreis Ravensburg. Er zieht über die Landesliste in den Landtag ein. Er wolle sich als Abgeordneter in den Themenfeldern Digitalisierung und Verbraucherschutz engagieren, sagte Baur dem SWR.
Einer der großen Verlierer der Wahl ist die SPD. Sie kommt nur auf 5,5 Prozent. "Das ist schon eine ganz bittere Pille", sagte Frank Ortolf, SPD-Landtagskandidat im Wahlkreis Konstanz. Mit einem schwachen Ergebnis habe er angesichts des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen Cem Özdemir (Grüne) und Manuel Hagel (CDU) gerechnet. Aber dass die SPD derart schlecht abschneide, enttäusche ihn sehr, so Ortolf.
FDP-Kandidat Hoher: Wähler haben mich in Ruhestand geschickt
Die FDP bekam nur 4,4 Prozent der Stimmen und ist deshalb raus aus dem Landtag. Das bedeutet für die Abgeordneten, dass sie in Stuttgart die Koffer packen müssen. Auch Klaus Hoher aus dem Wahlkreis Bodensee. Nun sei er von den Wählerinnen und Wählern in den Ruhestand geschickt worden, sagte Hoher. Er glaubt, dass vor allem die alte Bundesregierung, die Koalition von SPD, Grünen und FDP, der Partei geschadet habe.
Bei den Linken war die Hoffnung im Vorfeld groß, erstmals den Einzug in den baden-württembergischen Landtag zu schaffen. Entsprechend groß war die Enttäuschung, dass die Partei nur 4,4 Prozent der Stimmen bekam. So auch bei Tim Wetzel, der für die Linke im Wahlkreis Ravensburg angetreten ist. "Aber die Linke verschwindet jetzt nicht, nur weil wir nicht im Parlament sitzen. Als außerparlamentarische Opposition muss man halt ein bisschen lauter schreien, dass man gehört wird im Landtag", so Wetzel.