Ein Jahr nach dem Tod des Isnyer Malers, Buchillustrators und Autors Friedrich Hechelmann wird im Schloss Isny (Kreis Ravensburg) die erste Sonderausstellung präsentiert. Es ist eine Doppelausstellung mit Gemälden Friedrich Hechelmanns und Werken des Künstlers Matthias Holländer. Er lebt in Allensbach am Bodensee (Kreis Konstanz).
Unter dem Motto "Licht der Sphären" und "Licht der Dinge" vereint die Schau Arbeiten zweier Künstler, die den Realismus in der zeitgenössischen Kunst auf unterschiedliche Weise geprägt haben.
Hechelmann und Holländer bereiten Ausstellung noch gemeinsam vor
Als Maler und Buchillustrator wurde Friedrich Hechelmann aus Isny international bekannt. Er bebilderte u.a. die Bibel, Werke von Shakespeare, Kinderbücher wie "Die Geisterritter" von Cornelia Funke oder "Momo" von Michael Ende.
Die Ausstellung wurde noch zu Lebzeiten Hechelmanns gemeinsam geplant, erzählt Matthias Holländer. Hechelmann und Holländer haben beide an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Rudolf Hausner studiert, einem der wichtigsten Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus.
Es war ein Malstil, der sich Mitte des 20. Jahrhunderts ganz von der damals angesagten abstrakten Malerei abhob. Statt abstrakt malten die jungen Künstler gegenständlich, aber verfremdeten die Realität und schufen Bilder voller Fantasie. Nach dem Vorbild der Alten Meister wurde größter Wert auf technische Perfektion gelegt.
Hechelmann und das "Licht der Sphären"
Die Ausstellung im Schloss Isny stellt nun in allen Räumen der Kunsthalle Arbeiten der beiden Künstler gegenüber, darunter auch selten gezeigte aus Privatbesitz. Von Hechelmann sind große Gemälde zu sehen, oft in den für ihn typischen blau-grün Tönen. Fließendes Wasser, Wellen, der Himmel, der Kosmos, Strömungen - alles in ein einzigartiges Licht getaucht, fast überirdisch, aus anderen Zeiten und Welten stammend.
Holländer und das "Licht der Dinge"
Im Gegensatz dazu zeigt Holländer Dinge des Alltags, oft hyperrealistisch dargestellt: eine Hecke mit Palmkätzchen, einen alten Keller voller Gerümpel oder auch New York von oben. Auch bei ihm spielt das Licht eine entscheidende Rolle. Er sei "lichtsüchtig", sagt er, "die Dramatik des Lichts" sei das alles bestimmende Prinzip. In Isny ist unter anderem auch sein berühmtes wandfüllendes Hegaubild zu sehen. Das Kunstmuseum Singen hat es für die Ausstellung ausgeliehen.
Außerdem werden neben den Gemälden auch zahlreiche Fotoarbeiten präsentiert. Holländer gilt als fotorealistischer Maler. Seine Gemälde wirken oft wie Fotos, seine Fotos wie Gemälde.
Stiftung kümmert sich um das Erbe Hechelmanns
Die Schau zeigt Gemeinsamkeiten der Werke beider Künstler, aber auch Unterschiede. Sie sei eine posthume Wiederbegegnung mit Hechelmanns Werk und zeige zugleich die künstlerische Verbindung zu Matthias Holländer, sagt Felix Schwitzer. Er ist Vorstand der Friedrich Hechelmann und Schloss Isny Kunst- und Kulturstiftung. Die Stiftung hatte Hechelmann mit Mitstreitern vor rund 30 Jahren gegründet und zusammen mit ihr das Schloss Isny erworben.
Das ehemalige Benediktinerkloster war in einem völlig desolaten Zustand, die Stiftung sanierte Zug um Zug das barocke Gebäude und machte es wieder öffentlich zugänglich. Hechelmann investierte viel privates Geld in die Sanierung und stellte sein Werk in der Kunsthalle im Schloss aus. Heute sind im Schloss auch die städtische Galerie und das städtische Museum untergebracht.
Die Stiftung sei Alleinerbe von Hechelmanns Werk und Immobilien, so Felix Schwitzer. Sie will unter anderem Hechelmanns Werk zusammen mit anderen Künstlern immer wieder neu im Schloss Isny präsentieren und lebendig halten. Außerdem will sie das sogenannte "Rosenhaus" sanieren und an Hechelmann-Fans vermieten. Es handelt sich um ein kleines Haus in der Nähe von Isny mit Blick aufs Allgäu. Hechelmann hatte dort immer den Sommer verbracht.