Forschungstaucherin Almut Hanselmann von der Universität Konstanz hat eine verdrängte Pflanzenart im Bodensee wiederentdeckt. Sie hat das Gewächs zufällig bei einem Routinetauchgang in der Nähe von Immenstaad im Bodenseekreis gefunden, wie die Uni in einer Mitteilung schreibt.
Der Name der Wasserpflanze lautet Groenlandia densa, landläufig ist sie als "Fischkraut" oder "Dichtlaichkraut" bekannt.
Sie gehört zur Familie der Laichkrautgewächse und kommt bevorzugt in fließenden Gewässern vor, aber auch in Seen.
Pflanze galt im Bodensee mehr als 30 Jahre als verschwunden
In Europa ist die Pflanze eigentlich keine Seltenheit. Auch im Bodensee kam sie früher vor, nur war sie dort laut Uni Konstanz seit mehr als 30 Jahren verschwunden. Forscher vermuten, dass das an der Wasserverschmutzung sowie an der Ammonium- und Phosphorbelastung des Sees gelegen hat.
Almut Hanselmann ist eine Postdoktorandin und Forschungstaucherin am Limnologischen Institut der Universität Konstanz. "Das Wiederauftauchen der Pflanze ist ein gutes Zeichen für die Rückkehr des Sees in seinen natürlichen Zustand", sagt sie.
Langjährige Wasserproben und Auswertungen zeigten, dass in den vergangenen 40 Jahren die Ammonium- und Phosphorbelastung des Sees abgenommen hat.
Wiederentdeckte Pflanze: Auch andere Bewohner im Bodensee profitieren
Außerdem sind die Wasserpflanzen gut für andere Seebewohner: Pflanzen bieten eine Nahrungsgrundlage und einen Lebensraum für zahlreiche Tierarten, von Mikroorganismen über Schnecken bis hin zu Fischen.
Sie gewähren Schutz für Fischlarven und ein Rückzugsrefugium für viele Lebewesen unter Wasser. Zudem produzieren sie Sauerstoff für den See und befestigen mit ihren Wurzeln seine Sedimente.