Eine geplante Russland-Reise des AfD-Landesvorsitzenden Markus Frohnmaier sorgt für heftige Kritik. Der Bundestagsabgeordnete und AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im kommenden Jahr hatte in einem Fernsehinterview angekündigt, er wolle im Frühjahr nach Russland reisen, um Gesprächskanäle offen zu halten.
Scharfe Kritik von Grünen und CDU
Frohnmaier habe jeden Patriotismus verkauft und verraten, kritisiert Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir. Ausgerechnet jene, die sich als Vaterlandsretter und Patrioten inszenierten, stünden willfährig parat, ganz Europa zum Untertanen Putins zu machen, sagte er dem SWR. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (ebenfalls Grüne) kritisierte die Pläne: "Wenn ein AfDler nach Russland reist, ist nichts Gutes zu erwarten".
CDU-Generalsekretär Tobias Vogt sprach von blankem Verrat an deutschen Interessen. Wenn Frohnmaier nach Moskau reise, um vor Putin Männchen zu machen, wolle der AfD-Landesvorsitzende seine Partei zu einer neuen fünften Kolonne Moskaus machen. Das schade der Wirtschaft und gefährde die innere Sicherheit.
Bedenken wegen Spionage-Risiko
Mitglieder des Deutschen Bundestags äußerten Bedenken und sprachen von einem Spionage-Risiko. Die Gefahr sei hoch, dass Frohnmaier "geheime Informationen an den Kreml weitergibt und so die Sicherheit Deutschlands und Europa massiv gefährdet", sagte CSU-Generalsekretär Martin Huber der Deutschen Presse-Agentur. Die AfD-Spitze müsse die Reise unterbinden, forderte er.
Frohnmaier entgegnete auf die Kritik, Diplomatie bedeute keine Zustimmung zu innenpolitischen Verhältnissen oder zum Krieg in der Ukraine. Wer aber Verantwortung trage, müsse auch mit China und Russland sprechen.