Für die Aktie des Sportwagenherstellers Porsche ging es am Montag an der Börse kräftig bergab. Auslöser der Talfahrt war die Nachricht von Freitagabend nach Börsenschluss, dass die Porsche AG wegen strategischer Umplanungen von neuen, milliardenschweren Belastungen in diesem Jahr ausgeht. Daher werde mit noch weniger Gewinn gerechnet.
Auch der Mutterkonzern Volkswagen und die Dachgesellschaft Porsche SE der Familieneigentümer Porsche und Piech wurden wegen der Milliardenlasten vorsichtiger und kappten ihre Ergebniserwartungen.
Aktien von VW, Porsche SE und Porsche AG stürzen ab
Die Folgen waren am Montag für alle drei Papiere zu spüren: Die Aktie der VW-Tochter Porsche AG verlor in der Spitze 9,3 Prozent - so viel wie nie zuvor. In diesem Jahr hat die Porsche AG damit fast ein Drittel an Wert verloren. Die Aktie litt auch darunter, dass sie wegen ihrer zuletzt schwachen Kursentwicklung seit diesem Montag nicht mehr im Leitindex Dax enthalten, sondern in den Mittelwerteindex MDax abgestiegen ist.
Die Aktien der Muttergesellschaft Volkswagen büßten mehr als acht Prozent ein. Die Titel der Holdinggesellschaft Porsche SE, Volkswagens größter Aktionär, verbilligten sich um gut neun Prozent.
Strategiewechsel bei Porsche: Mehrkosten von rund Milliarden Euro
Die neuen Milliardenbelastungen erklären sich mit dem Strategiewechsel bei Porsche. Die Porsche AG entschied unter anderem, dass die Verbrenner-Modelle länger im Programm bleiben. Am Markt hieß es, es werde eine teure Strategie korrigiert, die die Gewinnmargen des Luxusautobauers geschwächt und auch Volkswagen belastet habe. Für diese Umplanungen fallen in diesem Jahr erhebliche weitere Sonderlasten von rund 1,8 Milliarden Euro an.
Strategiewechsel Zurück zum Verbrenner: Porsche richtet Modellpalette neu aus
Nach dem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr steuert Porsche radikal um. Das Ziel, immer mehr Fahrzeuge mit Elektroantrieb anzubieten, gibt der Autobauer vorerst auf.
Händler sehen Rückschlag für deutsche Autoindustrie
Die Nachrichten von VW und Porsche zogen auch andere Autobauer deutlich ins Minus. Die Aktien von Mercedes-Benz sanken um 2,8 Prozent, BMW gab um 2,2 Prozent nach. Für die Titel von Stellantis und Renault ging es um 3,1 beziehungsweise 0,5 Prozent nach unten.
Laut einem Händler war die Entscheidung unausweichlich, andere sprachen von einem herben Rückschlag für die ganze deutsche Autoindustrie. Ein Analyst erklärte, dass die Anleger und auch Volkswagen spürbar frustriert über die Versuche der Porsche AG seien, ihre Probleme in den Griff zu bekommen.