Monate nach dem Tod eines 12-jährigen Jungen in Niedernhall (Hohenlohekreis) ist die Tat für viele Menschen noch immer präsent - besonders für Bürgermeister Achim Beck (parteilos). Zum Start in das neue Jahr blickt er auf das Ereignis zurück, das die Gemeinde 2025 tief getroffen hat.
Der 11. September: "Einer der Tiefpunkte des Jahres" für Niedernhall
Noch immer ist an der Unglücksstelle auf dem Supermarktparkplatz die Trauer um den Jungen sichtbar. Ein Bauzaun und eine Plane schirmt die Gedenkstätte etwas ab: Ein Bild am Bauzaun, Kerzen, Blumen - "noch immer kommen die Eltern, Angehörige, Freunde und auch Mitschülerinnen und Mitschüler hierher", erzählt der Bürgermeister dem SWR.
Für Außenstehende sei der Gedenkort kaum wahrnehmbar, sagt Beck, für die Eltern jedoch ein wichtiger Ort des Erinnerns. Mit ihnen stehe er nach wie vor in engem Kontakt. Seine Gedanken seien gerade jetzt bei der Familie des Jungen und bei den Kindern, die durch das Unglück einen Freund verloren haben.
Gerade zum Jahresende, wenn viele Menschen zurückblicken, komme das Geschehen wieder hoch, sagt er. Der 11. September habe das vergangene Jahr geprägt und sei auch im Alltag weiterhin präsent. Immer wieder werde er darauf angesprochen - auf der Straße, in Gesprächen, gerade rund um Weihnachten und den Jahreswechsel. Das Ereignis habe nicht nur die Menschen in Niedernhall, sondern auch im gesamten Kochertal sehr bewegt.
Vorsichtiger Blick ins neue Jahr
Trotz der schweren Erinnerungen blickt Achim Beck mit einer gewissen Zuversicht nach vorn. Das vergangene Jahr 2025 sei für die Stadt von mehreren Krisen geprägt gewesen: der Tod des Jungens auf dem Parkplatz, der schwere Brand im Solebad und eine Bombendrohung im Bildungszentrum.
Solche Ereignisse würden zeigen, dass es immer wieder schwierige Momente gebe, sagt Beck. Entscheidend sei, daraus zu lernen, geerdet zu bleiben und das Gute nicht aus dem Blick zu verlieren. Vielleicht komme der eine oder andere ja auch zu dem "Entschluss, dass vielleicht jeder Einzelne, der nicht betroffen ist, doch ein ganz gutes und erfülltes Leben haben kann".
Nach Streit mit Auto angefahren: Bald Anklage gegen 18-Jährigen?
Der Vorfall ereignete sich am 11. September auf einem Parkplatz in Niedernhall. Nach einem Streit zwischen dem Jungen und einem 18-Jährigen wurde der Zwölfjährige wenig später von dessen Auto erfasst und tödlich verletzt. Die Ermittler prüfen seitdem, ob der Fahrer absichtlich oder fahrlässig gehandelt hat.
Der Beschuldigte sitzt weiterhin wegen Totschlags in Untersuchungshaft und äußert sich nicht zu den Vorwürfen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Heilbronn soll nach Abschluss der Ermittlungen "unverzüglich" Anklage erhoben werden.