Mitte September soll in Niedernhall (Hohenlohekreis) ein 18-Jähriger nach einem Streit einen 12-Jährigen auf seinem Fahrrad gezielt mit dem Auto umgefahren haben. Der Junge starb noch vor Ort auf einem Supermarktparkplatz. Dort gibt es auch rund drei Wochen später weiterhin eine Gedenkstätte. Immer noch kommen Menschen zum Tatort, sagte Bürgermeister Achim Beck (parteilos) dem SWR. Die Blumen, Kerzen und Plüschtiere stehen weiterhin unter einem Pavillon.
Ermittlungen der Polizei laufen
Die Gedenkstätte wird erst abgebaut, wenn die Eltern des Jungen bereit dazu sind, so Beck weiter. Auch in der Laurentiuskirche kann weiterhin an den Jungen gedacht werden. Dort liegt ein Kondolenzbuch. Für den verstorbenen Jungen gab es in den vergangenen Wochen unter anderem einen Gedenkgottesdienst und eine Trauerfeier vor dem ebm-papst Marathon in Niedernhall.
Der 18-jährige Tatverdächtige schweigt weiter zu den Vorwürfen, erklärte die Staatsanwaltschaft auf SWR-Anfrage. Die Ermittlungen laufen noch. Somit bleibt auch offen, ob und wie viele Zeugenhinweise schon eingegangen sind. Auch zu Gerüchten aus Niedernhall, der 12-Jährige sei über 30 Meter unter dem Auto mitgeschleift worden, äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht. Nach bisherigen Erkenntnissen sei aber davon auszugehen, dass der Junge einen Helm trug.
Nach Streit mit Auto überfahren
Mitte September gerieten nach Polizeiangaben ein 18-Jähriger und ein 16-Jähriger auf einem Supermarktparkplatz mit zwei Kindern im Alter von 12 und 13 Jahren in Streit. Als die Jungen mit Fahrrad und Tretroller den Parkplatz verließen, setzten sich die beiden Älteren in ein Auto und fuhren den Kindern hinterher. Dabei soll der 18-Jährige den 12-Jährigen gezielt angefahren haben.
Der Junge starb noch am Unfallort. Gegen den Heranwachsenden war Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden. Ob es sich auch um Mord handeln könnte, sei noch Teil der Ermittlungen.