Mit Allerheiligen am Samstag und Allerseelen am Sonntag beginnt für Christen der Totenmonat November und damit die Erinnerung an ihre Verstorbenen. Mit dem Totensonntag werden die Gedenktage dann am Ende des Monats beendet. In Öhringen (Hohenlohekreis) scheint der Feiertag Allerheiligen für einige immer noch wichtig zu sein.
Friedhof-Gang und Kerzen als Ritual an Allerheiligen
Bei einer zufälligen Umfrage in der Stadt heißt es beispielsweise von einem Passanten: "Ja, ich denke immer an meine Mutter oder an meine Eltern." Caroline Vermeulen sagt im SWR-Interview: "Wir machen tatsächlich ein Ritual. Ich bin katholisch und wir gehen dann auf den Friedhof." Dort, so Vermeulen, werden Kerzen an den Gräbern der Verstorbenen angezündet. Im Anschluss gibt es Kaffee und Kuchen im Familienkreis.
Mir ist das tatsächlich sehr wichtig.
Das Andenken und die Erinnerung an die eigenen Liebsten spielen in Öhringen eine große Rolle. Monika Wirkner braucht dafür aber nach eigenen Angaben keinen speziellen Tag:
Das mache ich eigentlich das ganze Jahr, an meine Angehörigen denken.
Halloween vs. Reformationstag?
Evangelische Christen blicken eher auf den Totensonntag. Aber auch der Reformationstag, der bereits am Freitag war, scheint weiterhin von Bedeutung. So stört den Schleswig-Holsteiner Frank Bosch bei seinem Besuch in Öhringen eher das Grusel-Fest Halloween: "Ich finde das mit Halloween so schlimm, das passt nicht zum Reformationstag", sagt er im SWR-Interview.
Allerheiligen fällt dieses Jahr auf einen Samstag. Als gesetzlicher Feiertag im Südwesten geht er mit einigen Einschränkungen einher, beispielsweise dem Tanzverbot. Das kennen viele auch vom Karfreitag - und schon hier wollten in der Vergangenheit immer wieder Gruppierungen dran rütteln. Zudem sind an Allerheiligen Geschäfte - mit Ausnahmen von zum Beispiel Apotheken und Notdiensten - geschlossen.
Wie der Handelsverband der Deutschen PresseAgentur (dpa) sagte, können Gastronomiebetriebe öffnen und Bäckereien für einige Stunden Backwaren verkaufen.