Immer wieder werden Blumengebinde von Gräbern entwendet

Raum Heilbronn: Diebstähle auf Friedhöfen häufen sich rund um Allerheiligen

Leere Gräber statt Blumenschmuck: Immer mehr Friedhöfe sind von Diebstählen gerade vor Allerheiligen betroffen. Friedhofsverwalter in Heilbronn-Franken raten zur Vorsicht.

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Blumen, Gestecke oder kleine Figuren sollen auf Gräbern an die Verstorbenen erinnern. Doch was Hinterbliebene ihren Liebsten zum Gedenken hinlegen, verschwindet mancherorts schon nach wenigen Tagen. Im Raum Heilbronn-Franken häufen sich Diebstähle von Grabdekorationen und Blumengebinden.

Diebstähle häufen sich rund um Allerheiligen

"Gerade rund um Allerheiligen häufen sich die Fälle", sagt Floristin Julia Lehmann. Ihr Fachbetrieb liegt gleich neben dem Hauptfriedhof in Heilbronn und betreibt auch Grabpflege. Immer wieder berichten ihr Kundinnen und Kunden von leeren Gräbern.

Letztens hatten wir erst einen Kunden, der hat seine Pflanzung erst wieder neu kaufen müssen, weil alles vom Grab runtergeklaut worden ist.

Julia Lehmann vor dem Eingang des Hauptfriedhofs in Heilbronn. Immer wieder werden Blumen von Gräber gestohlen, besonders vor Allerheiligen.
Am Hauptfriedhof Heilbronn beobachtet Floristin Julia Lehmann, dass rund um Allerheiligen Diebstähle von Grabpflanzungen zunehmen.

Blumen verschwunden: Unverständnis bei Angehörigen

Unter den Angehörigen sorgen die Diebstähle für Unmut. Eine Friedhofsbesucherin in Heilbronn sagt: "Aus meinem weiteren Bekanntenkreis sind Dinge abhandengekommen. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, was das soll."

Ein weiterer Angehöriger, der gerade an einem Grab steht, sagt: "Man sollte respektieren, dass die Angehörigen ihren Verstorbenen Blumen hinterlassen. Dass jemand so etwas mitnimmt, kann ich nicht nachvollziehen."

Schild: Lasst den Toten ihre Blumen. Gerade vor Allerheiligen häufen sich Diebstähle auf Friedhöfen.
Am Eingang des Hauptfriedhofs Heilbronn liest man auf einem Schild: "Lasst den Toten ihre Blumen."

Auch kleinere Friedhöfe betroffen

Nicht nur große Friedhöfe sind vom Blumenklau betroffen, auch kleinere Kommunen wie Grünsfeld (Main-Tauber-Kreis) bleiben nicht verschont. Das beschauliche Städtchen erlebt derzeit eine ungewöhnliche Häufung von Diebstähle von Grabbepflanzungen: In den vergangenen Wochen verschwanden auf dem Friedhof wiederholt Blumengebinde und Pflanzen, ist im Amtsblatt zu lesen.

Auch in Schwäbisch Hall ist das Phänomen bekannt. Moritz Laukenmann, Sachgebietsleiter für die Friedhöfe der Stadt, rät den Angehörigen, keine wertvollen Gegenstände auf den Gräbern zu platzieren. Gestecke könne man zwar nicht befestigen, aber "wenn man Figuren hat, aus Bronze oder Weiterem, ist es sinnvoll, sie am Stein festzukleben […] oder festzudübeln."

Gegen die Langfinger unternehmen könne man nur wenig. "Wir halten natürlich die Augen offen und stehen bereit zuzuhören, wenn uns jemand das mitteilt", sagt Laukenmann, der für vierzehn Friedhöfe im Raum Schwäbisch Hall zuständig ist. "Mehr können wir leider auch nicht machen." Videoüberwachung auf dem Friedhof ist im öffentlichen Bereich aus Datenschutzgründen nicht möglich.

Mögliche Motive der Diebstähle unklar

Die Gründe für die Diebstähle sind unklar. Manche vermuten finanzielle Not, andere schlichtweg Gleichgültigkeit. In Einzelfällen hat man beobachtet, dass gestohlene Pflanzen nur wenige Meter weiter auf anderen Gräbern wieder auftauchten, erzählt Floristin Julia Lehmann von Blumen Wintterle.

Moritz Laukenmann, Friedhofsverwaltung der Stadt Schwäbisch Hall. Gerade vor Allerheiligen häufen sich Diebstähle auf Friedhöfen.
Moritz Laukenmann von der Friedhofsverwaltung der Stadt Schwäbisch Hall sagt, man sei zwar regelmäßig vor Ort, jedoch nicht jeden Tag auf jedem Friedhof.
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SWR

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