Glasfaserausbau auf Eis gelegt

Netzbetreiber stoppen Pläne: Erstmal kein schnelles Internet in Künzelsau

Die Deutsche Giga-Netz hat den Ausbau von Glasfaserkabeln im Kochertal vorerst auf Eis gelegt. Tausende Haushalte bleiben ohne schnelles Internet. Und das ist kein Einzelfall.

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Von Autor/in Aleyna Tas

Wann es endlich schnelles Internet gibt, bleibt für tausende Menschen auf dem Land weiterhin unklar. Im Kochertal rund um Künzelsau (Hohenlohekreis) müssen betroffene Haushalte mindestens bis 2028 darauf warten. Das geht aus einer Pressemitteilung der Deutschen Giga-Netz-Gesellschaft hervor. Der Netzbetreiber hat nämlich beschlossen, dort seine Pläne für einen Glasfaserausbau zu stoppen.

Telekom will auch Glasfasernetz bauen

Der Markt sei in Künzelsau nicht mehr attraktiv genug, heißt es. Der Grund: Ein Mitbewerber will auch ein Glasfasernetz bauen. Und zwar die Telekom. Sie will dort rund 4.500 Haushalte versorgen. Bei so einem dünn besiedelten Raum wie dem Kochertal reicht die verbleibende Nachfrage laut dem deutschen Giga-Netz dann nicht mehr aus, um die hohen Ausbaukosten zu decken.

Damit ein Doppelausbau also vermieden wird, liegen Ausbaupläne für Künzelsau-Gaisbach, Ingelfingen, Forchtenberg, Niedernhall und Weissbach (alle Hohenlohekreis) vorerst auf Eis. Die bereits abgeschlossenen Verträge bleiben weiterhin gültig, so der Anbieter. Für die Kunden entstünden keine Kosten, solange der Anschluss noch nicht gebaut sei.

Kein Einzelfall: Glasfaser-Aus auch im Main-Tauber-Kreis

Dass ein Glasfaserausbau einfach mal gestoppt wird, ist aber kein Einzelfall. Auch im Main-Tauber-Kreis hatte sich erst Anfang der Woche der Telekommunikationsanbieter Leonet vom Glasfaserausbau zurückgezogen. Fast 11.000 Verträge in allen 18 Kommunen des Landkreises wurden in Form einer schriftlichen Absage gekündigt. Nur in Teilen von Creglingen und Wittighausen (beides Main-Tauber-Kreis) soll begonnenes fertiggestellt werden, aber auch dort nicht flächendeckend Glasfaser verlegt, teilt Leonet auf SWR-Anfrage mit.

Grund für den Ausbaustopp seien veränderte Rahmenbedingungen. Der Landkreis will künftig auf eine Kombination aus privaten Anbietern und staatlich geförderten Projekten setzen, heißt es in einer Mitteilung. Ein neuer Anbieter habe bereits angekündigt, bis 2028 rund 10.000 Haushalte im Taubertal anzubinden.

Auch die Stadtwerke Wertheim und Tauberfranken planen laut Landratsamt, den Ausbau schrittweise voranzutreiben. Der Glasfaserausbau im Main-Tauber-Kreis kommt seit Jahren nur schleppend voran. Sich auf einen einzelnen Anbieter zu verlassen, sei keine tragfähige Strategie mehr, erklärte Landrat Christoph Schauder (CDU).

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