Gleich zu Beginn seiner Amtszeit hat Baden-Badens neuer Oberbürgermeister Thomas Jung (parteilos) alle Hände voll zu tun. Alle Ausgaben und Einnahmen der Stadt wurden auf den Prüfstand gestellt. Nun liegt das Ergebnis vor. Der Doppelhaushalt 2026/2027 ist beschlossene Sache. Er hat ein Gesamtvolumen von etwa 700 Millionen Euro.
Doppelhaushalt durch Einsparungen und Millionenkredite möglich
In diesem Jahr sind Kreditaufnahmen in Höhe von rund 21 Millionen Euro geplant. Im kommenden Jahr werden bereits Kredite in Höhe von 37 Millionen Euro notwendig sein. Der Grund hierfür sind nach Angaben der Stadt unter anderem die davon galoppierenden Ausgaben im Sozialbereich, sowie die sinkenden Einnahmen aus Gewerbesteuern.
Hinzu kommen steigende Bau- und Energiekosten durch die allgemein angespannte Weltlage. Ein finanzielles Damokles-Schwert ist das geplante Großklinikum Mittelbaden in Rastatt. Hier weiß niemand, wie teuer dieses Projekt noch werden wird.
Thomas Jung im SWR-Interview Der neue Oberbürgermeister und seine Pläne: "Weg mit der Baden-Badener Arroganz"
In einem harten Wahlkampf siegte in Baden-Baden der frühere SWR3-Chef Thomas Jung. Seine Vorbereitungen für das Amt als neuer OB haben schon begonnen.
Es ist eine große Kraftanstrengung, aber wir werden das tun
Geld in die Stadtkasse könnte die Erschließung eines neuen Gewerbegebiets spülen. Dies könnte am Segelflugplatz in Baden-Oos entstehen. Ein entsprechendes Gutachten zur Eignung des Geländes wird derzeit erstellt. Das wurde bereits in den Vorberatungen Ende April im Gemeinderat beschlossen. Ergänzt werden die Finanzmaßnahmen durch Kürzungen im Sozialbereich und den Abbau von Jobs in der Verwaltung.
Liquidität der Stadt Baden-Baden ist oberstes Gebot
Die Erhaltung der Zahlungsfähigkeit Baden-Badens, so Bürgermeister Alexander Wieland, sei oberstes Gebot. Nur so sei der Betrieb der Verwaltung sichergestellt. Der im Baden-Badener Gemeinderat beschlossene Doppelhaushalt 2026/2027 muss nun noch vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt werden.
Auch nach 2027 muss weiter gespart werden
Die Stadtverwaltung hat schon jetzt die Haushalte kommender Jahre im Blick: Alle Ämter und Behörden sind aufgefordert, Ausgaben zu reduzieren und Abläufe zu optimieren. Im Sozialbereich werden man sich auf die gesetzlich notwendigen Leistungen konzentrieren. Wirtschaft und Tourismus von Baden-Baden sollen weiter gestärkt werden.