Ein Jahr lang ist Mönsheim (Enzkreis) schon ohne Bürgermeister. Jetzt gibt es eine neue Entwicklung in dem Fall: Die Staatsanwaltschaft Pforzheim hat Anklage gegen den Mönsheimer Bürgermeister Michael Maurer (parteilos) erhoben. Sie wirft ihm Untreue und Bestechlichkeit in zwei Fällen vor. Zuerst hatte die Pforzheimer Zeitung über die Anklage berichtet.
Discounterware statt teure Möbel für Schule? Unternehmen sollen ihn bestochen haben: Anklage gegen Mönsheimer Bürgermeister
Dem Mönsheimer Bürgermeister wird Untreue und Bestechlichkeit vorgeworfen. Zwei Unternehmen sollen ihn bezahlt haben, um Aufträge zu erhalten - zum Nachteil für die Gemeinde.
Das wird dem Mönsheimer Bürgermeister vorgeworfen
Konkret handelt es sich um einen Bürocontainer für einen Kindergarten und Möbel für die Schule, die der Bürgermeister für die Gemeinde in den Jahren 2023 und 2024 gekauft haben soll. Die Gemeinde habe durch den Kauf einen wirtschaftlichen Nachteil gehabt, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die teuren Möbel für die Schule sollen sich als billige Discounterware herausgestellt haben. Der Bürocontainer sei viel teurer geworden, nachdem der Kaufvertrag unterzeichnet worden sei.
Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue und Bestechlichkeit Enzkreis: Dienstverbot für Bürgermeister von Mönsheim
Der Bürgermeister der Gemeinde Mönsheim darf seine Dienstgeschäfte vorerst nicht mehr ausüben. Das Landratsamt des Enzkreises hat ein entsprechendes Verbot ausgesprochen. Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den Rathauschef.
In beiden Fällen soll Maurer direkt oder indirekt Bestechungsgeld von den Unternehmen erhalten haben. Im Fall des Bürocontainers durch Beteiligungen an einer anderen Firma, die eine Zahlung erhalten hat. Im Fall der Möbel für die Schule soll er eine direkte Zahlung erhalten haben. Zu den Vorwürfen äußerte sich Michael Maurer dem SWR gegenüber nicht.
Anklage gegen Bürgermeister: Dienstverbot bleibt
Das Landratsamt verhängte letztes Jahr ein Dienstverbot gegen den Bürgermeister von Mönsheim, nachdem die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bekannt wurden. Das Dienstverbot bleibe auch weiterhin bestehen, so die Pressestelle des Landkreises. Die Vertretung im Rathaus übernimmt seitdem die stellvertretende Bürgermeisterin Margit Stähle (Freie Wählergemeinschaft). Wann der Fall vor dem Amtsgericht in Pforzheim verhandelt wird, ist noch unklar.