Rostige Bolzen und verfaultes Holz

Einsturzgefahr bei Aussichtsturm: Gutachten zeigt Schäden an "Hohe Warte" in Pforzheim

Eine Untersuchung der Stadt Pforzheim hat bisherige Befürchtungen der Stadt bestätigt. Sie zeigt: Der Abbau des Turms war notwendig. Die Bauteile weisen erhebliche Schäden auf.

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Von Autor/in Annika Jost

Die Stadt Pforzheim hat die einzelnen Bauteile des Aussichtsturms "Hohe Warte" genauer untersuchen lassen. Die Ergebnisse bestätigen die bisherigen Befürchtungen der Stadt. Der Turm galt als einsturzgefährdet. Ein Großteil des Aussichtsturms in Pforzheim-Hohenwart war im Dezember abgebaut worden. Bei einem Termin vor Ort hat die Stadt gemeinsam mit einem Statiker die Ergebnisse dem Gemeinderat und dem Ortschaftsrat von Hohenwart vorgestellt.

Rostige Bolzen und verfaultes Holz: Teile des Aussichtsturms in Pforzheim weisen erhebliche Schäden auf.
Rostige Bolzen und verfaultes Holz: Teile des Aussichtsturms in Pforzheim weisen erhebliche Schäden auf.

Aussichtsturm in Pforzheim: Ergebnis der Untersuchung

Verrostete Nägel und verfaultes Holz: Das waren laut Statikern die größten Probleme des Aussichtsturms. Wie ein Statiker mitteilte, war am Turm Wasser entlang der diagonalen Holzstreben gelaufen und hatte sich an Verbindungsstücken gesammelt. Dort soll das Wasser in das Holz eingezogen sein und zu Fäulnis geführt haben. Dadurch seien mehrere Querstreben nicht mehr stabil gewesen.

Das Wasser im Holz soll auch dazu geführt haben, dass die Verzinkung an mehreren Bolzen abgeplatzt ist. Die Folge waren verrostete Bolzen im Holz. Das Problem: Von außen sahen Bolzen und Holz nicht stark beschädigt aus. Erst der Abbau des Turms ließ eine genaue Untersuchung zu, so Pforzheims Baubürgermeister Tobias Volle.

Skizzen zeigen die geschädigten Zonen im Holz des Aussichtsturms "Hohe Warte" in Pforzheim.
Skizzen zeigen die geschädigten Zonen im Holz des Aussichtsturms "Hohe Warte".

Aussichtsturm wurde abgebaut: Einsturzgefahr!

Im Dezember wurden per Schwerlastkran jeweils sechs Meter lange Stücke der Holzkonstruktion von oben nach unten abgenommen. Auch die Wendeltreppe aus Metall wurde in Teilen mit dem Kran abgehoben und in einer leeren Halle eingelagert. Schon damals war klar: Die demontierte Holzkonstruktion kann nicht mehr wiederverwendet werden.

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Viele Menschen aus Hohenwart wünschen sich wieder einen Turm in ihrem Stadtteil. Die Treppe des alten Turms könnte bei einem Neubau erneut genutzt werden. Zuerst müssen aber der Ortschaftsrat und anschließend der Gemeinderat zustimmen. Denn ein neuer Turm wäre auch eine finanzielle Frage. Laut Bürgermeister Volle würde ein Aussichtsturm zwischen zwei und elf Millionen Euro kosten. Die Finanzierung könnte zwischen Stadt, Land und einem Förderverein aufgeteilt werden, so Volle. Ein neuer Aussichtsturm soll mit einem Sprungschutz versehen werden.

"Hohe Warte" war seit Suizid gesperrt

Der Pforzheimer Aussichtsturm "Hohe Warte" hatte landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Grund war der Suizid dreier Mädchen im November 2024. Seitdem war der Turm für Besucherinnen und Besucher gesperrt. Das Gutachten sollte eigentlich klären, inwiefern der Turm besser abgesichert werden kann.

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Autor/in
Annika Jost
SWR-Reporterin Annika Jost

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