Keine Einigung im Hauptausschuss

Baden-Baden vertagt Entscheidung über Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuer

In der Stadtkasse von Baden-Baden klafft ein riesiges Loch. Es fehlen rund 34 Millionen Euro. Das Regierungspräsidium hat eine Kreditaufnahme abgelehnt. Jetzt heißt es: Sparen!

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Stand

Baden-Baden will als Reaktion auf die strengen Auflagen des Regierungspräsidiums Karlsruhe Grund- und Gewerbesteuern um 30 Prozent erhöhen, und zwar rückwirkend zum 1. Januar. Die Stadt könnte damit für zusätzliche Einnahmen in Höhe von rund 17 Millionen Euro sorgen. Damit wäre das klaffende Loch in der Stadtkasse zur Hälfte gestopft. Der Hauptausschuss der Stadt konnte sich in seiner Sitzung am Montag allerdings nicht einigen und hat die Abstimmung vertagt.

Hauptausschuss übt Kritik an Plänen der Stadtverwaltung

Das Vorhaben stößt auf Kritik bei manchen Stadträten, weil die Steuererhöhung viele Privatleute und Gewerbetreibende in Schwierigkeiten bringen könnte. Streit ist vorprogrammiert. Während manchen Stadträten die Erhöhung der Steuern um etwa 30 Prozent zu hoch ist, sehen andere ein Problem in der geplanten befristeten Laufzeit.

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Kurzfristiger Kredit belastet Baden-Baden noch stärker

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat die von der Stadt geplante Aufnahme eines Investitionskredits in Höhe von 33,7 Millionen Euro abgelehnt. Die Aufsichtsbehörde hat es der Stadt aber erlaubt, 20 Millionen Euro als sogenannten Kassenkredit aufzunehmen.

Durch den 20 Millionen-Kredit ist unsere Liquidität verbessert und wir haben ein bisschen Luft.

Bei diesem Kredit handelt es sich allerdings um einen kurzfristigen Bankenkredit, der innerhalb weniger Jahre zurückgezahlt werden muss und entsprechend teurer ist. Die Stadt wollte eigentlich einen über 20 Jahre laufenden, günstigeren Investitionskredit aufnehmen. Nach Angaben der Stadt werde man erstmalig einen solchen Kassenkredit beanspruchen.

picture alliancedpa | Uli Deck
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Nun sieht es so aus, dass in der kommenden Hauptausschuss-Sitzung am 23. Juni das Thema Steuererhöhungen erneut zur Abstimmung kommen wird. Dann allerdings wird die Zeit für die Verwaltung knapp. Denn nach jetzigem Stand droht der Kurstadt bereits im Sommer die Insolvenz.

Ich frage mich, ob die Frühwarnsysteme in unserer Stadt versagt haben?

Als Ursachen für die Finanzkrise gab die Stadt unter anderem einbrechende Gewerbesteuereinnahmen sowie explodierende Sozialausgaben an. Außerdem schlage das Klinikum Mittelbaden finanziell massiv zu Buche. Auch die Unterbringung Geflüchteter stelle die Stadt vor große finanzielle Herausforderungen, hieß es in der Hauptausschuss-Sitzung.

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