Kulturzuschüsse fallen weg

Haushaltssperre Karlsruhe aufgehoben: Gemeinderat stimmt Sparpaket zu

Der Karlsruher Gemeinderat hat ein 15 Millionen Euro umfassendes Sparpaket mehrheitlich verabschiedet. Damit ist die seit Februar geltende Haushaltssperre aufgehoben.

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Von Autor/in Rebekka Plies

Seit Februar galt in Karlsruhe eine Haushaltssperre für das laufende Haushaltsjahr 2025. Eine große Mehrheit der Stadträte hat in der Gemeinderatssitzung am Dienstag eine 15-Millionen-Sparliste verabschiedet. Damit ist die Sperre aufgehoben und die finanziell stark angeschlagene Stadt bleibt zunächst handlungsfähig.

Karlsruher Sparpaket: Kulturzuschuss wird gestrichen

51 Millionen Euro musste die Stadt für das laufende Jahr zusätzlich aufbringen, um einen Nachtragshaushalt und letztendlich das Eingreifen des Regierungspräsidiums als Aufsichtsbehörde zu verhindern. 36 Millionen Euro kommen von städtischen Tochtergesellschaften. Für die verbleibenden 15 Millionen hat die Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten eine Streichliste erarbeitet. Mindestens 10 Millionen Euro der Summe kommen durch Kürzungen bei Personal und Verwaltung zusammen.

Daneben stehen Zuschüsse auch im Sozialbereich in dem Maßnahmenpaket, unter anderem für den Hebammenverband (Einsparung: 70.000 Euro). Außerdem werden Zuschüsse für kulturelle Einrichtungen in Höhe von 1,3 Prozent einbehalten (Einsparung: 560.000 Euro). Der Fahrdienst für Schwerbehinderte ab Pflegegrad 3 wird zum 1. Juli eingestellt (Einsparung: 180.000 Euro).

Streichung des Geschwister-Rabatts in Karlsruher Kitas zunächst aufgeschoben

Die umstrittene Streichung des Geschwister-Rabatts für Kinder in Karlsruher Kitas wird möglicherweise auf das kommende Jahr verschoben. Die ursprünglich erwarteten Einsparungen von über zwei Millionen Euro sollen durch Umschichtungen in der Stadtverwaltung gegenfinanziert werden.

Karlsruhe: Große Mehrheit des Gemeinderats stimmt für Maßnahmenpaket

Die Entscheidung über die Haushaltssperre sei nur ein Warmlaufen für den Herbst, so SPD-Stadtrat Anton Huber. CDU-Stadtrat Detllef Hofmann fügte hinzu, dass in wenigen Wochen ganz andere Spardimensionen drohen würden. Am Ende der Diskussion stimmten 41 Stadträte dem 15-Millionen-Sparpaket zu. Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) appellierte an die Stadträte sich in der Finanzkrise nicht in einer kleinteiligen Diskussion zu einzelnen Sparmaßnahmen zu verzetteln. Man sei gezwungen, harte Entscheidungen zu treffen, um handlungsfähig zu bleiben.

Hier wird über fünf Millionen Euro diskutiert, als ginge es um Menschenleben.

Mit der Verabschiedung des Sparpakets ist die Haushaltssperre für das Jahr 2025 zwar aufgehoben. Die Sparbemühungen müssen allerdings weitergehen im Hinblick auf die Aufstellung des Doppelhaushalts 2026/27.

Stadträte fordern langfristigen Plan statt kurzfristige Sparmaßnahmen

Einige Stadträte forderten bereits vor der Gemeinderatssitzung von der Stadtverwaltung eine Gesamtstrategie für die Finanzkrise, die über die Haushaltssperre hinausgeht.

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