Im Kinderbauernhof des Wildparks Pforzheim hoppelt es überall an unterschiedlichen Stellen. Zwischen den Beinen der Mini-Ponys oder direkt neben den Schweinen. Manchmal huscht ein flauschiges Langohr mitten auf dem Weg vorbei. Dann quetscht es sich unter den Zäunen durch. Ist jetzt an Ostern möglicherweise der Osterhase dabei?
Im Wildpark Pforzheim kommt das Oster-Kaninchen
"Ne, ne, ne", widerspricht der Pforzheimer Wildparkleiter Carsten Schwarz auf die Frage vehement. "Bei uns gibt es das Oster-Kaninchen!" Das Wort "Hase" sei hier sogar verboten, fügt er hinzu - natürlich mit einem Augenzwinkern. Denn immer wieder werden hier die Kaninchen mit den Hasen verwechselt. "Das ist einfach grottenfalsch. Und mit diesem Irrtum wollen wir endlich aufräumen!", sagt Carsten Schwarz.
Verwechslungsgefahr! Hase und Kaninchen
Auf den ersten Blick wirken Hasen und Kaninchen nahezu identisch. Aber es gibt einige Unterschiede. "Die Größe - und Hasen findet man nicht in irgendeiner menschlichen Haltung", erklärt Tierpflegerin Lenja Stoll. Sie kümmert sich im Wildpark unter anderem um die Kaninchen. Dadurch kennt sich die Tierpflegerin bei dem Thema bestens aus.
Der Hase hat "sehr große Ohren, sehr lange Beine und lebt nur in Kuhlen. Während Kaninchen eben diese typischen Kaninchenbauten haben", sagt die Expertin. Kaninchen seien wiederum kleiner, haben kürzere Ohren und ein anderes Sozialleben als die Hasen. Denn Hasen sind Einzelgänger und Kaninchen leben immer in Gruppen.
Die Liste der Unterschiede hört damit nicht auf. "Die Kaninchen sind Nesthocker", führt Carsten Schwarz aus. "Das heißt, sie bekommen wehrlose Kleine ohne Haare und mit den Augen zu." Deswegen brauchen sie auch eine Höhle - im Gegensatz zum Nestflüchter Hase: "Die sind komplett fertig, wenn sie zur Welt kommen", sagt der Wildparkleiter. "Haben Augen offen, sind voll behaart." Wie kommt es dann zu der Verwechslung? "Das ist wohl der Volksmund", vermutet Carsten Schwarz.
Osterhase oder Oster-Kaninchen?
Und tatsächlich machen die Besucherinnen und Besucher keinen großen Unterschied zwischen Osterhase und Oster-Kaninchen. "Hase ist Hase", lacht Kathleen Kreidl. "Hauptsache, es gibt was zu suchen." Ob sie enttäuscht sind, wenn stattdessen Osterhase ein Oster-Kaninchen käme. "Ich verstehe die Frage nicht", erwidert Anja Schröder verdutzt. Für Lotta wäre auch der Besuch eines Oster-Kaninchen "cool", denn für sie ist es fast dasselbe. Und auch Besucherin Carlotta sieht das so.
Für die meisten ist und bleibt der Osterhase das unumstößliche Ostertier. Dabei hatte er im Laufe der Zeit einige Konkurrenz. In verschiedenen Regionen im deutschsprachigen Raum verstecken schon die Henne, der Hahn, der Storch, der Kuckuck oder auch der Fuchs die Eier. Das Rennen macht etwa ab dem 19. Jahrhundert endgültig der Hase.
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Und so ist der Osterhase für viele der Besucherinnen und Besucher in Pforzheim auch konkurrenzlos das Ostertier Nummer eins. Bei vielen war das österliche Eiersuchen schon in der Kindheit eine geliebte Tradition. Jetzt wird sie auch bei den Kindern fortgeführt - zum Beispiel bei Osterspaziergängen: "Meine Eltern haben, damit wir Kinder mitgelaufen sind, Schokoeier fallen lassen", erinnert sich Anja Schröder. "Das war ich schon immer ganz nett."
An Ostern noch nichts vor? Hier gibt es eine Auswahl an Vorschlägen: