Seit Jahren steht sie im Herzen von Karlsruhe von Bauzäunen umhüllt. Eine Hiobsbotschaft nach der anderen erreichte die Stadt, doch jetzt ist die Sanierung der Stadthalle Karlsruhe auf der Zielgeraden. Ab Herbst soll sie wieder für Tagungen, Kongresse und Kulturveranstaltungen genutzt werden. Erste Kostenplanungen lagen bei unter 50 Millionen Euro. Nach einer Kostenexplosion wird derzeit mit 160 Millionen Euro für die Baumaßnahmen kalkuliert. Ob das am Ende reicht, bleibt unklar.
160 Millionen Euro für 4.000 Menschen - Stadt hofft auf den "Sogeffekt"
Die Kosten für die Sanierung der Stadthalle Karlsruhe dürften am Ende den Kosten für den Neubau des Wildparkstadions für den Karlsruher SC in nichts nachstehen. Aktuell stehen im Haushaltsplan 2026/27 der finanziell gebeutelten Stadt rund 158,7 Millionen Euro für die Halle. Doch aufgrund von Problemen und Verzögerungen in der Schlussphase könnte die Summe weiter steigen.
[...] weil noch nicht alle Schlussrechnungen vorliegen, können die Gesamtkosten weiterhin noch nicht abschließend und belastbar zusammengestellt werden.
Bis zu 4.000 Menschen können sich ab Herbst gleichzeitig in der Stadthalle aufhalten. Events können in fünf Sälen, 14 Konferenz- und Besprechungsräumen stattfinden. Bis Ende des Jahres sind laut Messe Karlsruhe bislang rund 23 Veranstaltungen geplant.
So sieht es aktuell in der Stadthalle Karlsruhe aus:
Die enormen Kostensteigerungen über die Jahre hinweg seien aufgrund "mehrerer Ereignisse und technischer Herausforderungen, die so nicht vorhersehbar waren" entstanden, so die Stadt. Messechefin Britta Wirtz und Karlsruhes Finanzbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) hoffen auf die Stadthalle als Zugpferd für den gesamten Messebetrieb. Viele Veranstaltungsgäste würden beispielsweise auch in der Stadt übernachten, die Gastronomie nutzen und hier Geld ausgeben.
Wir hoffen jetzt, dass mit dem Eröffnungstermin diese Sogkraft besonders stark ist und wir volle Auftragsbücher haben und damit natürlich einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Karlsruhe leisten können.
Brandschutz und Technik veraltet - Stadthalle Karlsruhe musste saniert werden
Bereits seit 2013 war klar, dass Brandschutz und Veranstaltungstechnik der Stadthalle Karlsruhe veraltet waren. Eine umfassende Modernisierung wurde beschlossen. Die Stadthalle gilt als Herzstück des Karlsruher Kongresszentrums. Seit 2017 ist der Bau aus den 1980er Jahren geschlossen. Damals hatte der Gemeinderat Sanierungskosten von 58 Millionen genehmigt.
In den Anfangsjahren ging die Sanierung nur schleppend voran. Nach massiven Problemen trennte sich die Stadt 2020 vom zuständigen Planungsbüro. Zeitpläne wurden über den Haufen geworfen, Kostenkalkulationen waren nicht belastbar. Ein neues Planungsbüro legte los. Die Herausforderungen blieben.
2021 stand fest: Die Sanierung der Stadthalle wird deutlich teurer als geplant. Verzögerungen und Umplanungen waren neben der Corona-Pandemie, dem Ukrainekrieg und allgemeinen Preissteigerungen einige Gründe für die Kostenexplosion. Die neue Lüftungstechnik sollte beispielsweise nicht mehr auf dem Dach angebracht werden, sondern in den Kellerräumen. Vor fünf Jahren plante man dann mit 135 Millionen Euro - eine Steigerung von knapp 60 Millionen Euro. Und auch diese Summe reichte bei weitem nicht.
Sanierung Stadthalle Karlsruhe - Stolpersteine auf der Zielgeraden
Mehrfach musste der Start für die modernisierte Veranstaltungshalle verschoben werden. Zuletzt hatten die Brandschutztüren der großen Säle Ärger gemacht. Aktuell laufen die Bauabnahmen, so Karlsruhes Baubürgermeister Daniel Fluhrer (parteilos). Restarbeiten müssen noch erledigt und auftretende Mängel beseitigt werden.
Es ist eine große Erleichterung und große Freude, weil es das letzte große Projekt ist, das ich mit vielen Schwierigkeiten geerbt habe. Und wenn man das auf eine Zielgerade geführt hat, mit allen Schwierigkeiten und Querschlägen der letzten Monate, dann ist man sehr erleichtert.