Das Land Baden-Württemberg schreibt aktuell 2.800 Stellen für Lehrerinnen und Lehrer aus. Das teilte das Kultusministerium am Montag in Stuttgart mit. Die Stellen seien Teil eines Gesamtbedarfs von rund 6.000 Lehrkräften, die bis zum Beginn des neuen Schuljahres im September eingestellt werden sollen.
Lehrkräfte-Bedarf an Gymnasien sinkt wegen Umstellung auf G9
Doch bei den Gymnasien im Land bestehe ein geringerer Bedarf. Dort werden wegen der Umstellung auf das neunjährige Modell in den ersten Jahren des Übergangs weniger Lehrkräfte gebraucht, weil Schülerinnen und Schüler in G9-Klassen weniger Unterricht pro Woche haben als bei G8.
Quereinstiege seien - außer bei Gymnasien - an allen Schularten möglich. Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) betonte, dass es für ausgebildete Gymnasiallehrer dennoch gute Perspektiven gebe.
Kultusministerin wirbt für Wechsel an andere Schularten
Sie empfahl, das Angebot einer zeitlich befristeten Abordnung an eine andere weiterführende Schule oder eine berufliche Schule anzunehmen. Eine spätere Rückkehr an ein Gymnasium sei dabei vorgesehen.
"Das ist ein sicherer Weg zu einer attraktiven Beamtenstelle auf Lebenszeit", sagte Schopper. Die Bewerbungsfrist für alle Schularten läuft bis Montag, 9. März.
Philologenverband befürchtet Abwanderung von Gymnasiallehrkräften
Der Philologenverband Baden-Württemberg begrüßte die Stellenausschreibungen grundsätzlich, stellte aber auch Forderungen an das Kultusministerium. Der befristete Wechsel an eine andere Schulart könnte für Gymnasiallehrkräfte in einer Übergangsphase ein "gangbarer Weg" sein, dürfe aber nicht zum Regelfall werden. Sonst bestehe die Gefahr, dass Bewerberinnen und Bewerber in andere Bundesländer abwandern.
Um mehr Menschen einzustellen, fordert der Philologenverband unter anderem, die Beschränkungen bei den Teilzeitoptionen und bei den Sabbatjahren aufzuheben. "Wer sich bewusst für das Lehramt am Gymnasium entscheidet, muss auch verlässlich am Gymnasium eine Perspektive erhalten. Planungssicherheit ist die Grundlage für eine nachhaltige Personalpolitik", betonte Martina Scherer, Landesvorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg.