"Komplettes Inventar" wird mit umziehen

Marodes Amtsgericht in Mannheim vor Sanierung: Umzug in Ersatzunterkunft in 2027

Weil das Mannheimer Amtsgericht saniert werden muss, steht in einem Jahr ein komplizierter Umzug in die Augustaanlage an. Jetzt sind dafür erste Schritte eingeleitet worden.

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Von Autor/in Wolfgang Kessel

Das Mannheimer Amtsgericht, das in einem Seitenflügel des Schlosses untergebracht ist, ist in keinem guten Zustand. Einem Gerichtssprecher zufolge sind viele technische Einrichtungen kaputt oder sanierungsbedürftig, wie zum Beispiel Heizung und Elektrik, aber auch Fenster. Eine "energetische Sanierung ist zwingend erforderlich", teilte der Sprecher dem SWR mit. Geplant ist, dass das Amtsgericht im Zuge der Sanierung auch "baulich entkernt" wird. Wann die Sanierungsarbeiten genau beginnen, steht noch nicht fest.

Das Mannheimer Amtsgericht am Schloss
Das Mannheimer Amtsgericht am Schloss muss saniert werden.

Amtsgericht Mannheim zieht in Gebäude in Augustaanlage

Klar ist aber, dass wegen der Sanierung ein Umzug in eine Zwischenunterkunft nötig sein wird. Die hat der Landesbetrieb Vermögen und Bau in der Augustaanlage im Osten der Stadt gefunden. Der Landesbetrieb hat dort für das Amtsgericht in einem großen roten Sandsteingebäude mehrere Stockwerke angemietet, Mietbeginn soll im Frühjahr 2027 sein. Dann steht auch der Umzug des Amtsgerichts an - laut Gerichtssprecher "voraussichtlich Ende Februar bis Ende Mai 2027". Der Mietvertrag wurde Anfang Februar (2026) unterzeichnet. Das bestätigte der Besitzer des Gebäudes, die Landmarken AG (Sitz in Aachen), dem SWR. Die Stockwerke sollen jetzt Stück für Stück "nutzerspezifisch für den Gerichtsbetrieb" aus- beziehungsweise umgebaut werden.

Gebäude in der Mannheimer Augustaanlage, in das das Amtsgericht umziehen soll
In dieses denkmalgeschützte Gebäude in der Mannheimer Augustaanlage soll das Amtsgericht umziehen.

Vorheriger Besitzer war Landesbank Baden-Württemberg

Die Landmarken AG spricht mit Blick auf die neue Zwischenunterkunft für das Amtsgericht von einem "denkmalgeschützten Prachtbau" aus dem Jahr 1905. Der Immobilien-Projektentwickler hat das Gebäude eigenen Angaben zufolge 2023 von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erworben. Die Landesbank war 2024 dort ausgezogen. In dem Gebäude sind vorwiegend Büros untergebracht.

Umzug des Amtsgerichts mit "komplettem Inventar"

Was der Umzug kosten wird, konnte der Gerichtssprecher nicht sagen. Der Aufwand wird jedenfalls ziemlich groß werden. "Das komplette Inventar zieht um", so der Sprecher - also Möbel, EDV-Ausstattung, Akten, technische Ausrüstung und vieles mehr. In der Zwischenunterkunft sollen - so wie im bisherigen Amtsgerichtsgebäude - neben Büro- und Verwaltungsaufgaben auch Zivil- und Strafverfahren durchgeführt werden. Die Sanierung des Amtsgerichts wird dem Sprecher zufolge etwa "vier-einhalb bis 5 Jahre" dauern. Das Land "investiert ca. 43 Millionen Euro in die Sanierung". Stand heute sei davon auszugehen, dass die Sanierung bis Anfang 2032 dauern wird. Dann soll das Amtsgericht wieder zurück in den Seitenflügel des Schlosses ziehen.

Am Mannheimer Amtsgericht arbeiten insgesamt rund 370 Personen. "Direkt vom Umzug betroffen sind die etwa 135 Angehörigen des Amtsgerichts am (Schloss-) Standort Bismarckstraße 14", so der Sprecher.

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Wolfgang Kessel
Wolfgang Kessel, Redakteur beim SWR in Mannheim

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