Hat die historische Kramer-Mühle in St. Leon-Rot (Rhein-Neckar-Kreis) eine Zukunft oder nicht? Darüber wurde am Sonntag bei einem Bürgerentscheid entschieden. Ursprünglich sollte der Entscheid einen Baustopp initiieren, da das Vorhaben mit hohen Kosten von rund 17 Millionen Euro verbunden sein soll. Nach dem Bürgerentscheid steht aber fest: Die Kramer-Mühle darf weiter saniert werden. Am Ende haben nur 220 Stimmen bei über 7000 Stimmabgaben den Unterschied gemacht.
Sanierung der Kramer-Mühle bereits begonnen
In der vorausgegangenen Debatte ging es unter anderem um die Frage, ob die denkmalgeschützte Kramer-Mühle zu einem Veranstaltungsort ausgebaut werden soll. Die Alternative: Die Mühle wäre nur soweit instandgesetzt worden, dass sie den Richtlinien des Denkmalschutzes entspricht. Dann wäre sie aber für Kulturveranstaltungen nicht nutzbar gewesen. Die Sanierung der über 500 Jahre alten Kramer-Mühle hat bereits vor vier Jahren begonnen, unterstützt von Fördergeldern von Bund und Land - einiges davon ist auch schon geflossen. Die "unsicheren Einnahmen der Gemeinde und die zu erwartenden laufenden jährlichen Ausgaben in der Zukunft" hätten die Initiatoren des Bürgerentscheids dazu motiviert, die Bürgerinnen und Bürger von St. Leon-Rot zu fragen, ob man den weiteren Ausbau der Mühle stoppen solle.
Diskussion im Veranstaltungszentrum Harres Kramer-Mühle in St. Leon-Rot: Denkmal ohne Inhalt oder Ort für Veranstaltungen?
Hat die historische Kramer-Mühle in St. Leon-Rot eine Zukunft oder nicht? Dazu ist am Donnerstagabend heiß diskutiert worden. Am 8. März gibt es dazu einen Bürgerentscheid.
Infoveranstaltung St. Leon-Rot: Gewerbesteuereinnahmen könnten Projekt möglich machen
Bei einer Infoveranstaltung am 26. Februar hatten rund 400 Interessierte über die Zukunft der Kramer-Mühle im Veranstaltungszentrum "Harres" diskutiert. Auf dem Podium kamen neben Bürgermeister Alexander Eger (parteilos) die Projektplaner, Architekten, Vertreter der Kämmerei und die Gegner des Mühlen-Projekts zu Wort. Bürgermeister Alexander Eger wies hier auf eine "Verbesserung der finanziellen Situation der Gemeinde" im laufenden Jahr hin. Er rechne für 2026 mit Gewerbesteuerzahlungen von rund 50 Millionen Euro. Damit - das hatte Eger schon zuvor in einer Stellungnahme mitgeteilt - sei es möglich, das Projekt Kramer-Mühle "verantwortungsvoll fortzuführen und fertigzustellen".
Bedenken bei Bürgerentscheid-Initiatoren hinsichtlich langfristiger Finanzierung
Ein Sprecher der Initiatoren des Bürgerentscheids bestätigte gegenüber dem SWR, dass sie das Wahlergebnis respektieren würden. "Die Bedenken hinsichtlich der langfristigen finanziellen Risiken" würden aber bestehen bleiben. Unter anderem fehle laut den Verantwortlichen ein Betreiber-Konzept. Das heißt es sei noch unklar, welche finanziellen Lasten in Zukunft auf die Gemeinde zukommen würden. Man befürchte deshalb eine Gebührenerhöhung für die Bürgerinnen und Bürger.