Im Juli vergangenen Jahres rückten die Bagger an, um das Alte Eisstadion im Friedrichspark in Mannheim abzureißen. Die Baustelle habe sich als "wahre Fundgrube" entpuppt, erklärt Klaus Wirth, Leiter der Archäologischen Denkmalpflege der Reiss-Engelhorn-Museen (rem) in Mannheim. Das Gelände will die Universität künftig nutzen.
Abrissarbeiten in Mannheim: Mauer freigelegt
Ende Juli 2024 wurden der Archäologe Wirth und sein Team auf die Baustelle gerufen. Sie legten ein Fundament im Bereich des abgerissenen Stadions frei. Dabei stellte sich heraus, dass diese Steine zu einem Kellerraum gehörten. Recherchen im Mannheimer Stadtarchiv zeigten, so Wirth, dass der freigelegte Keller offenbar zum ersten Eisstadion im Friedrichspark gehörte. Das damalige Stadion wurde während der Nazi-Zeit 1938 gebaut und sei einzigartig in Süddeutschland gewesen, so Wirth weiter. Nur wenige Jahre später, während des Zweiten Weltkriegs, wurde es bei einem Luftangriff 1943 wieder zerstört.
Ausgrabungen auf Baustelle in Mannheim: Weitere Gegenstände entdeckt
Was Wirth und sein Team aber mindestens genauso gefreut hat, war eine ganze Menge Bauschutt. Die Fläche neben dem Mannheimer Schloss wurde offenbar immer mal wieder aufgefüllt. Das Gelände musste künstlich erhöht werden, damit man auf die Tribünen steigen konnte - vermutlich mit Bauschutt aus dem Stadtgebiet von Mannheim.
Gefunden haben sie in diesen Resten alles mögliche: Flaschenverschlüsse, Fliesen, Lichtschalter, Steckdosen und vieles mehr. Einiges davon sei beschriftet gewesen - mit den Hersteller-Namen und anderen Gravuren, sodass man die Teile zweifelsfrei Firmen aus der Region zuordnen konnte. Einige Stücke davon stammen auch aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Was passiert mit den Funden aus Mannheim?
Die "Schätze" dokumentieren das Leben in Mannheim zwischen den Jahren 1880 und 1960. Ein vergleichbarer Fund ist Wirth nicht bekannt. Die Forscher haben alle Gegenstände gesäubert. Zurzeit werden sie erfasst und fotografiert, dann wandern sie ins Museumsdepot, so Wirth. Eine Ausstellung sei derzeit nicht geplant. Dafür seien die Funde zu klein und zu unvollständig.