Betriebsrat zeigt sich optimistisch

Nach Eichbaum-Insolvenz: Mannheimer Brauerei will sich neu aufstellen

Eichbaum ist insolvent. Damit Arbeitsplätze erhalten werden können, will die Mannheimer Brauerei ihre Produkt-Palette erweitern. Der Betriebsrat spricht von einem wichtigen Schritt.

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Die Mannheimer Eichbaum-Brauerei hat angekündigt, sich neu aufzustellen: Neben Bier sollen künftig mehr andere Getränke an dem Standort hergestellt werden. Eichbaum war in finanzielle Schieflage geraten und hatte Anfang dieser Woche einen Antrag auf Eigenverwaltung gestellt. Das bedeutet, dass eine eigene Geschäftsführung den Betrieb leitet und der Sachwalter über die Interessen der Gläubiger wacht.

Sanierungskonzept soll Mannheimer Brauerei erhalten

Das Ziel des neuen Sanierungskonzepts: Die Mannheimer Traditionsbrauerei soll erhalten bleiben und möglichst viele Arbeitsplätze gesichert werden. Das betonte der neu eingesetzte Sanierungsgeschäftsführer Frank Reifel laut einer Mitteilung des Unternehmens am Freitag.

Reifel ist der Kopf eines Restrukturierungs-Teams, zu dem zwei weitere Sanierungsexperten gehören. Dafür hat der bisherige Eichbaum-Geschäftsführer, gemeinsam mit seinem Mit-Geschäftsführer, den Weg freigemacht, indem die beiden ihre Ämter aufgegeben haben.

Das Unternehmen gab außerdem bekannt, man wolle sich weg vom reinen Bierbrauer hin zum Getränkehersteller entwickeln. Eine Suche nach Investoren laufe bereits. Die Situation bei Eichbaum habe sich in den vergangenen Monaten "zunehmend verschärft" - auch aufgrund des hohen Preis- und Wettbewerbsdrucks auf dem Biermarkt.

Betriebsrat blickt optimistisch in die Zukunft

Wir sind kein maroder Laden.

Von Seiten des Eichbaum-Betriebsrats heißt es, der Rückzug der bisherigen Geschäftsführung sei ein wichtiger und richtiger Schritt gewesen. Betriebsratssprecher Georg Dohr sagte dem SWR, man habe viele Möglichkeiten, das Unternehmen in die Zukunft zu führen - eine davon eben die, sich als Getränke-Hersteller zu entwickeln. Aber auch ein Verkauf oder Kooperationen seien denkbar. Wichtigstes Ziel sei die Sicherung des Standorts und damit der Arbeitsplätze.

"Jetzt muss es schnell einen guten Plan geben"

Jetzt müssten sich Betriebsrat, neue Geschäftsführung und Sanierungsverwalter schnell an einen Tisch setzen, um alle Möglichkeiten auszuloten, so Dohr weiter. Man müsse sich "unterhaken", um bis spätestens Ende des Jahres einen stichhaltigen Plan zu haben, mit dem auch die Gläubiger leben können.

Eichbaum-Insolvenz - Mitarbeiter sprechen von einer "Katastrophe"

Die Belegschaft hatte Ende Oktober von der Insolvenz ihres Arbeitgebers erfahren. Viele reagierten im Gespräch mit dem SWR schockiert und sprachen von einer "Katastrophe". Bei Eichbaum in Mannheim arbeiten rund 300 Menschen. Die Brauerei wurde 1679 gegründet und gilt als das älteste Industrieunternehmen in Mannheim.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Sarah Hennings
Sarah Hennings, SWR Studio Mannheim
Dagmar Kwiatkowski
Dagmar Kwiatkowski

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