In Mannheim steht seit zwei Jahren eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke still. Der Grund: Das Bauwerk senkt sich unerwartet ab und musste noch vor seiner Eröffnung gesperrt werden. Jetzt hat der Gemeinderat weitere 1,5 Millionen Euro zusätzlich genehmigt, um die Brücke zu stabilisieren. Die Fahrrad- und Fußgängerbrücke wurde bereits 2024 errichtet und soll die Stadtteile im Osten an den Radschnellweg in der Feudenheimer Au und somit auch die Innenstadt anbinden. Die Mehrkosten entstehen wegen der Beauftragung einer Spezialfirma und der Verzögerung der Eröffnung.
Holz im Untergrund gefunden
Bei Bohrungen im vergangenen Jahr ist laut Beschlussvorlage im Gemeinderat festgestellt worden, dass eine massive Holzschicht ab etwa neun Metern unter der Erde für die Absenkung der Brücke verantwortlich ist. Das Holz stammt vermutlich aus der Nutzung des Geländes als Kiesgrube bis in die 1960er Jahre. Für das Bauwerk ist die städtische Bundesgartenschau (BUGA)-Gesellschaft verantwortlich. Der Geschäftsführer, Michael Schnellbach, hat während der Ausschusssitzung angekündigt, dass rechtliche Mittel gegen den Bodengutachter eingelegt werden.
Spezialfirma soll Brücke retten
Um den Betrieb der Brücke trotzdem zu ermöglichen, soll jetzt eine Spezialfirma den betroffenen Boden unterfüttern. Das beauftragte Unternehmen hat in einem ähnlichen Verfahren bereits den Boden unter der Kurt-Schumacher-Brücke in Ludwigshafen bearbeitet. Laut BUGA-Geschäftsführer Schnellbach machen die Kosten für das Verfahren allerdings nur einen Teil der 1,5 Millionen Euro Mehrkosten aus. Weitere Gründe seien unter anderem zeitliche Verzögerungen wegen Lieferproblemen und massive Kostensteigerungen im Straßen- und Brückenbau.
Laut Schnellbach kann die Brücke nach Abschluss der Stabilisierungsarbeiten noch diesen Sommer eröffnet werden. Die Mehrkosten sind wohl besonders während der Haushaltskrise eine Last für die Stadt. Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) hat den Beschluss deswegen im Gemeinderat auch als "schmerzlich" bezeichnet.