Am Dienstag vergangener Woche (18. November) wurden die Pläne für ein mögliches neues Geothermie-Kraftwerk im Mannheimer Gemeinderat vorgestellt. Demnach könnte es beim Mannheimer Stadtteil Rheinau gebaut werden und in Betrieb gehen. Hinter dem Projekt steckt die GeoHardt GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen des Mannheimer Energieversorgers MVV und des Energiekonzerns EnBW. Am Mittwochabend haben sich Vertreter von GeoHardt auf einer Infoveranstaltung im Stadtteil Rheinau den Fragen von Anwohnern gestellt.
Anwohner befragen künftige Betreiber zur Geothermie
Die Veranstaltung fand in einem Bürgersaal statt. Die Menschen konnten dort an mehreren Ständen mit den Verantwortlichen des Geothermie-Kraftwerk-Projekts direkt ins Gespräch kommen. Ein Format, das bei vielen Anwohnern gut ankam. Besonders viele Fragen stellten sie zur Sicherheit dieser Anlage und inwiefern auch der Stadtteil Rheinau von der neugewonnen Energie profitieren könnte.
Risiken von Geothermie-Anlagen: Risse an Häusern in Staufen
Nicht alle stehen der Geothermie positiv gegenüber. Durch die Bohrungen können kleine Erdbeben entstehen oder Mineralien ins Grundwasser geraten. So geschehen auch 2007 in Staufen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald). Das Mineral Anhydrit drang damals in die Bohrung ein, der Stoff wandelte sich in Gips und hob an bestimmten Stellen der Altstadt das Erdreich an. Die Folge: zahlreiche Risse in Gebäuden.
GeoHardt-Chef: Schäden wie in Staufen "in Mannheim ausgeschlossen"
GeoHardt-Geschäftsführer Stefan Ertle sagte dem SWR am Rande der Infoveranstaltung, einen Vorfall wie den in Staufen könne man für Mannheim ausschließen. Denn damals, so Ertle, habe das verantwortliche Unternehmen nicht gründlich genug gearbeitet. Die Technik, die in Mannheim-Rheinau angewendet werden soll, habe nichts damit zu tun. Außerdem sei die Zusammenarbeit mit den Behörden viel enger.
Sie [die Anwohner] wollen auch ausloten, wie vertrauensvoll wir sind und wie sicher die Anlage ist.
Auch wenn der Info-Abend im Bürgersaal in Mannheim-Rheinau insgesamt gut ankam - manchen Anwohnern reicht das nicht. Ihre größte Befürchtung sei, sagten einige dem SWR, dass sie auf den Kosten sitzen bleiben, sollte doch mal etwas passieren.