Moderatorin und Schauspielerin Esther Schweins hat ganz persönliche Bindungen nach Mannheim: In der Nachbarstadt Viernheim (Kreis Bergstraße) aufgewachsen, war sie als Jugendliche in der Mannheimer Tanzschule Lamadé, außerdem lebt ihre Mutter in einem Mannheimer Seniorenheim, dem Joseph-Bauer-Haus.
Esther Schweins Mutter Lieselotte ist seit rund einem Jahr in Pflege. Die 90-Jährige ist der Grund, warum ihre tanzbegeisterte Tochter sich ehrenamtlich dafür engagiert, dass ältere Menschen mehr tanzen, und das möglichst bundesweit.
Das große Ziel ist, irgendwann Tanzen auf Rezept in Deutschland zu haben.
Tanzen auf Rezept, das gebe es zum Beispiel in Großbritannien. Bei einer Diagnose von Demenz oder deren Vorstufen. Bei Depressionen oder auch bei Parkinson werde dort getanzt, und das dürfe hier bei uns ruhig auch stattfinden, sagt Esther Schweins.
"Let´s dance" im Pflegeheim: Tanzen macht gesünder
Dass Tanzen die kognitiven Fähigkeiten verbessert, das belegen auch wissenschaftliche Studien. Außerdem sorgen Tanz, Musik und die damit verbundenen Erinnerungen für mehr Lebensfreude. Es ist offenkundig ein gutes Mittel gegen Demenz und Depressionen.
Im Mannheimer Joseph-Bauer-Haus gab es bislang lediglich Sitz-Tanz. Laut Esther Schweins hat ihre Mutter aber schon davon stark profitiert. Sie erzähle viel darüber und sei wieder mobiler geworden. Das gab den Ausschlag für die Initiative der Schauspielerin und Let‘s Dance-Teilnehmerin. Ihr Ziel: Möglichst viele ältere Menschen für Tanz zu begeistern.
Tanzschule und Stiftung unterstützen Mannheimer Projekt
Tanzschulinhaber Christian Lamadé hat die rund 80 Gäste und Pflegeheimbewohner beim ersten Aktionstag im Joseph-Bauer ehrenamtlich angeleitet. Ab Herbst, so der Plan von Esther Schweins, soll es im Joseph-Bauer-Haus dann regelmäßig professionell angeleitete Senioren-Tanzkurse geben, finanziert von der Sepp-Herberger-Stiftung.
Die Senioren und Seniorinnen waren bei der Premiere jedenfalls begeistert, egal ob sitzend oder stehend, ob mit oder ohne Hilfsmittel.