Wer wird neuer Bürgermeister in Limbach im Neckar-Odenwald-Kreis? Diese Frage bewegt die Gemeinde seit Monaten. Denn: die Bewerbungsfrist ist Anfang Januar ausgelaufen und niemand hat sich bis dahin gemeldet. Die Limbacher standen knapp vier Wochen vor der Bürgermeisterwahl am 1. Februar ohne einen einzigen offiziellen Bewerber da. Doch das hat sich jetzt schlagartig geändert.
Knapp 30 Nachzügler melden sich
Der noch amtierende Bürgermeister Thorsten Weber (Parteilos) hat nach eigenen Angaben inzwischen fast 30 Anfragen entgegengenommen, per Mail, per Post und per Telefon. Teilweise sind es vollständige Bewerbungsunterlagen, obwohl die offizielle zehnwöchige Bewerbungsfrist längst abgelaufen ist.
Und täglich kommen weitere dazu. Die Interessenten setzen jetzt offenbar darauf, dass sie sich noch bis zu den Wahlen in der Gemeinde bekannt machen können, um dann genug Stimmen zu bekommen und zum Rathauschef gewählt zu werden.
"Wilde Wahl": Bürger können Namen draufschreiben
Weil es für die Wahl am 1. Februar keine offiziellen Bewerbungen gibt, findet eine sogenannte "wilde Wahl" statt: Der Stimmzettel ist leer, Wählerinnen und Wähler können darauf Namen von Personen eintragen, die sie gerne als Bürgermeister oder Bürgermeisterin hätten. Voraussetzung: Die Genannten müssen wählbar sein, also unter anderem mindestens volljährig und mit Wohnsitz in Deutschland.
Der amtierende Limbacher Bürgermeister Thorsten Weber hatte schon vor Monaten angekündigt, für eine zweite Wahlperiode nicht mehr kandidieren zu wollen. Mit Blick auf die bevorstehende Wahl ist Weber Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses und als solcher zur Neutralität verpflichtet. Deswegen kann und will er sich zu den aktuellen Anfragen nicht äußern.
Aufruf der Limbacher Parteien
Unterdessen gibt es einen gemeinsamen Aufruf der Limbacher Ortsverbände von CDU, Freien Wählern, SPD und Grünem Arbeitskreis zur Bürgermeisterwahl. Dieser soll in dieser Woche auch im Amtsblatt veröffentlicht werden. Dort heißt es, der amtierende Bürgermeister Thorsten Weber sei von der Bürgerschaft und dem Gemeinderat gebeten und aufgefordert worden, im Falle seiner Wahl am 1. Februar diese auch anzunehmen.
Die Parteien und Wählervereinigungen empfehlen daher den Wahlberechtigten Weber auf dem Stimmzettel einzutragen, damit "sein Erbe nicht dem Zufall überlassen wird." Man sei zuversichtlich und "guter Hoffnung", dass der Amtsinhaber eine solche Wahl dann auch tatsächlich annehmen würde.