Während des Fastenmonats Ramadan ist es gläubigen Muslimen nicht erlaubt, tagsüber zu essen und zu trinken. Mehmet und Nursemin Uzun betreiben gemeinsam ein türkisches Restaurant in der Mannheimer Innenstadt. Als gläubige Muslime fasten auch sie während Ramadan - aber ihre Gäste bedienen sie trotzdem.
Essen servieren und dabei selbst nicht essen dürfen.
In den ersten drei Tagen, sagen Mehmet und Nursemin Uzun, ist das für sie noch schwierig, aber das sei alles Kopfsache.
Der Magen knurrt, der will Essen - aber das Gehirn spielt eine große Rolle dabei und irgendwann gewöhnt sich auch der Magen.
Der Körper muss sich umgewöhnen
Schwieriger sei es mit dem Trinken, denn hinter der Theke und am Ofen sei es sehr warm. Wenn man dann kein Wasser trinken darf, sagt sie, bekommt man manchmal Kopfschmerzen, zumindest am Anfang.
Mit dem Fasten ändert sich aber auch der Schlafrhythmus. Familie Uzun steht vor Sonnenaufgang auf, isst, legt sich wieder hin und steht dann erneut auf. In den ersten Tagen des Ramadan mache sich das bemerkbar. Aber sobald der Körper sich dran gewöhne, fühle man sich viel fitter und voller Energie.
Tagesgeschäft verändert sich auch im Restaurant
Die Fastenzeit bedeutet auch, dass sich die Abläufe im Tagesgeschäft ändern. Die Dienstpläne zum Beispiel müssen umgestaltet werden. Abends sind alle Tische im Restaurant reserviert, gegen 18 Uhr - also kurz nach Sonnenuntergang - werden am meisten Mitarbeiter benötigt. Gewinneinbrüche gebe es nicht, viele Gäste kämen einfach zu einer späteren Uhrzeit.
Gastfreundschaft spielt im Ramadan eine wichtige Rolle
Für Nursemin Uzun spielt Gastfreundschaft generell eine wichtige Rolle - aber besonders während der Fastenzeit. Beim "Iftar", dem Fastenbrechen ab Sonnenuntergang, trifft man sich traditionell mit Freunden und Familie. Das Einladen von Familie und Freunden zum gemeinsamen Abendessen gehöre einfach dazu und sei ein essenziell wichtiger Teil des Ramadan. Nursemin Uzun sagt: "Wenn die Sonne untergeht ist man niemals alleine."