Es ist ein Polizeiauto gewesen, das am Sonntag einen Wolf auf der A5 bei Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) erfasst und getötet hat. Das bestätigte die Autobahnpolizei Walldorf dem SWR auf Anfrage. Noch liege das Tier gekühlt bei der Autobahnmeisterei und warte darauf, abgeholt zu werden. Denn am Senckenberg-Zentrum für Wildtiergenetik in Frankfurt sollen dann genetische Proben des Tieres analysiert werden.
Tier stammt vermutlich nicht aus der Rhein-Neckar-Region
Es war offenbar ein Tier auf der Durchreise und nicht in der Region sesshaft. In ganz Baden-Württemberg gibt es nur vier Wölfe, die dort dauerhaft leben - der tote Wolf war wohl keiner von ihnen.
Am Sonntag hatte das baden-württembergische Umweltministerium in einer Mitteilung mitgeteilt, dass das tote Tier der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) gemeldet worden war. Demnach stellte auch die Polizei den Tierkörper sicher. Weiter hieß es in der Mitteilung: "Auf Grund der vorliegenden Informationen kann die FVA bereits einen Wolf bestätigen."
Wolfssichtungen in der Rhein-Neckar-Region
Im benachbarten Neckar-Odenwald-Kreis gab es bereits im vergangenen Jahr Wolfssichtungen. Das baden-württembergische Umweltministerium führt auf seiner Internetseite eine Liste über Wölfe im Land. Demnach liegt der letzte gesicherte Nachweis im Rhein-Neckar-Kreis fast fünf Jahre zurück. Nicht gelistet werden etwa Tiere, die zuvor aus einem Zoo ausgebrochen sind.
In den vergangenen rund zehn Jahren sind laut Umweltministerium fast 30 Wölfe in Baden-Württemberg nachgewiesen worden. Meistens halten sich die Tiere nur vorübergehend auf, sind auf "Durchreise" oder sterben bei Verkehrsunfällen. Sesshafte Rudel gibt es derzeit im Land nicht.