Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) will sich für einen Erhalt des Audi-Standorts in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) einsetzen. Eine Schließung wäre ein "fatales politisches Signal" und würde die Debatte über die Deindustrialisierung Deutschlands verschärfen, schreibt er in einem Brief an VW-Chef Oliver Blume, der dem SWR vorliegt.
Volkswagen, zu dem Audi gehört, will am Donnerstag seine Sparpläne vorstellen. Zuvor war durchgesickert, dass bis zu 100.000 Stellen im Konzern wegfallen sollen. Vier Werke stehen zudem zur Debatte, darunter das Audi-Werk in Neckarsulm.
Sorge um Zukunft der KI-Region Heilbronn
Neben dem Verlust von Arbeitsplätzen befürchtet Özdemir zudem, dass ein Weggang von Audi die KI-Region Heilbronn schwächen würde. Audi ist am Innovationspark für Künstliche Intelligenz (IPAI) beteiligt und forscht, wie KI in der Produktion eingesetzt werden kann. Mit dem Milliardenprojekt IPAI ist die Hoffnung verbunden, in Europa eine Vorreiterrolle in Sachen KI einnehmen zu können.
"Ohne einen industriellen Großabnehmer in unmittelbarer Nähe fehlen die Skaleneffekte, die Deutschland so dringend braucht", so Özdemir. Eine Schließung des Werks in Neckarsulm würde "das in den letzten Jahren aufgebaute Ökosystem rund um Künstliche Intelligenz substanziell schwächen", schreibt er in seinem Brief.
Auch andere Politiker und Gewerkschaften wollen sich für den Erhalt des Audi-Standorts in Neckarsulm einsetzen. Am Donnerstag ist laut IG Metall eine Kundgebung mit über 500 Personen geplant.